Samsung Galaxy S5: Die Kamera

Samsung Galaxy S5 - KameraBei der Entscheidung für ein neues Smartphone spielt die Qualität der Kamera inzwischen für mich eine große Rolle. Zwar kann das Telefon eine ausgewachsene Spiegelreflex- oder Systemkamera nicht ersetzen, aber ich habe es ständig dabei und bin so immer in der Lage, ein brauchbares Foto zu machen. In den letzten Jahren sind die Smartphone-Kameras außerdem immer besser geworden und erfüllen inzwischen für viele die Anforderungen an eine Schnappschusskamera.
Als ich erfahren habe, dass ich das Samsung Galaxy S5 testen darf, war ich also besonders darauf gespannt, wie sich die Kamera des Smartphones schlagen wird. Inzwischen konnte ich mir einen guten Eindruck verschaffen und möchte diesen hier darstellen.

Samsung hat das S5 mit einer 16-Megapixel-Kamera ausgestattet, die Fotos bis zur Größe 5.312 x 2.988 Pixel aufnimmt. Bei Videos steht eine UHD-Auflösung, d.h. 3840×2160 Pixel, zur Verfügung. Die Frontkamera kann Full-HD-Video und Fotos mit 2-Megapixeln aufzeichnen.

Kamera-App

Benutzeroberfläche der Kamera-App

Benutzeroberfläche der Kamera-App


Die Kamera App des Galaxy S5 hinterlässt insgesamt einen guten Eindruck. Die Oberfläche wirkt zunächst recht aufgeräumt. Icons am linken Bildrand bieten Zugriff auf das Einstellungsmenü, sowie auf weitere Bildparameter. Der Nutzer kann dort selbst Icons aus dem Menü ablegen und so schnell auf die entsprechende Option zugreifen. In der Grundeinstellung ist dort der HDR-Modus und die Option „Selektiver Fokus“ anwählbar. Außerdem kann man zwischen Haupt- und Frontkamera umschalten.
Auf der rechten Seite der Kamera-App befinden sich die Auslöser für Fotos und Videos, sowie ein Icon zum Auswählen des Aufnahmemodus und, am unteren Rand, ein Zugang zur Galerie.
Leider ist das Hauptmenü recht unübersichtlich geraten, da alle Optionen unstrukturiert in einer großen Liste dargestellt werden. Immerhin sind alle Menüpunkte mit einem erklärenden Icon und einem Beschreibungstext versehen.

Einstellungsmenü der Kamera-App

Einstellungsmenü der Kamera-App

Die Foto-Funktion

Das Galaxy S5 bietet verschiedene Aufnahmemodi, die den Fotografen unterstützen und zu besonderen Bildergebnissen führen sollen. Neben den vorinstallierten Optionen kann man bei Samsung noch weitere Aufnahmemodi herunterladen. Zur Verfügung stehen z.B.:

Schönes Porträt

Der Name ist hier selbsterklärend. In diesem Modus wird ein Filter auf das Foto angewendet, der dazu führen soll, ein Portrait etwas gefälliger aussehen zu lassen, also z.B. Hautunreinheiten abzumildern. Die Stärke des Airbrush-Effekts kann man vor der Aufnahme einstellen. Bei Aktivierung der Frontkamera schaltet das S5 automatisch in diesen Modus – ideal für Selfies.

Selektiver Fokus

Selektiver Fokus

Selektiver Fokus


Vor allem aus der Spiegelreflexfotografie ist ein Look bekannt, bei dem nur ein Bildbereich scharf abgebildet wird und der übrige Teil des Bildes in Unschärfe verschwindet. Üblicherweise wird dies mit weit geöffneter Blende und langer Brennweite realisiert. Physikalische Gründe (im Zusammenhang mit der geringeren Sensorgröße) sorgen dafür, dass Smartphones nicht denselben Effekt erzielen können.
Mit dem Aufnahmemodus „Selektiver Fokus“ ist es nun aber möglich, einen ähnlichen Look auch mit dem S5 zu erreichen. Man muss nur darauf achten, nah an einen Bildbereich im Vordergrund heranzugehen (< 50cm). Andere Objekte im Bild sollten dabei deutlich weiter entfernt sein.
Beim Auslösen nimmt die Kamera dann mehrere Fotos auf, bei denen jeweils auf verschiedene Bildbereiche fokussiert wird. Um gute Ergebnisse zu erzielen, sollte man unbewegte Motive bevorzugen und darauf achten, das Smartphone ruhig zu halten. Nach der Aufnahme kann man auswählen, ob im fertigen Foto der Vordergrund, der Hintergrund oder der ganze Bildbereich scharf abgebildet sein soll. Mit etwas Übung gelingen hier sehr ansehnliche Fotos, die man vorher nicht mit einer Smartphonekamera hinbekommen hat. Gefällt mir gut.

Selektiver Fokus: Nah

Selektiver Fokus: Nah


Selektiver Fokus: Fern

Selektiver Fokus: Fern

Virtuelle Tour

Setzt diverse Einzelaufnahmen zu einer virtuellen Tour zusammen – eine gute Hilfe für Immobilienbilder.

Panorama

Erstellt automatisch ein Panorama aus mehreren Einzelaufnahmen. Man muss lediglich die Aufnahme einmal starten und dann den gewünschten Bereich, in horizontaler oder vertikaler Richtung, langsam abschwenken.

Dual Camera

In diesem Modus können gleichzeitig Fotos/Videos mit Front- und Hauptkamera aufgenommen werden. Das Bild der Frontkamera wird dabei in einem kleinen Rahmen in das Hauptbild eingeblendet. Zur Gestaltung stehen verschiedene Rahmenstile zur Verfügung.

Shot & More

Hinter diesem Modus verbergen sich mehrere nützliche Funktionen, die alle darauf basieren, dass die Kamera beim Drücken des Auslösers einige Aufnahmen in schneller Abfolge macht, die anschließend mit einem Effekt versehen werden können.
Zur Auswahl stehen:

Bestes Foto: Hier kann man sich das gelungenste Bild aus der Reihe aussuchen – das S5 macht ebenfalls einen Vorschlag.

Best Face: Bei Gruppenaufnahmen ist es besonders schwierig, alle Personen mit einem ansprechenden Gesichtsabdruck festzuhalten. Eine blinzelt, der nächste schaut weg… Mit Best Face kann man sich aus verschiedenen Fotos die besten Gesichter aller Personen zusammenstellen und so zu einem stimmigen Bild zusammensetzen.

Radierer: Das Brandenburger Tor tagsüber ohne Touristen fotografieren? Kein Problem. Mit der Radierer-Funktion werden unerwünschte Personen aus dem Foto entfernt.

Drama-Aufnahme: Ermöglicht das Festhalten eines Bewegungsablaufs in einem Bild, ähnlich einer Stroboskop-Aufnahme.

Panoramaschwenk: Mit diesem Effekt kann man im Foto einen Bewegungseindruck, wie bei einem Mitzieher-Foto, erzielen.

Insgesamt eine sehr vielseitige Funktion, die zum Spielen einlädt.

HDR

Foto ohne HDR

Foto ohne HDR: Überbelichtete Bereiche oben und rechts, Treppe im Vordergrund unterbelichtet


Foto mit HDR

Foto mit HDR: mehr Detail in Licht- und Schattenbereichen


ist die Abkürzung für „High Dynamic Range“ – vereinfacht zusammengefasst kombiniert man mehrere, unterschiedlich belichtete Fotos zu einer Aufnahme, die dann Zeichnung, sowohl in den Schattenbereich, als auch in den Lichtbereichen aufweist. Auf diese Weise kann man auch Motive mit großen Kontrastunterschieden, z.B. eine Landschaft bei Sonnenschein, detailreich festhalten. Die HDR-Funktion arbeitet beim Galaxy S5 zufriedenstellend und wirkt nicht zu übertrieben.

Effekte

Hier stehen verschiedene Filter zur Verfügung, die man bereits so oder ähnlich aus diversen Apps, z.B. Instagram, kennt: Vignette, Klassisch, Verblasste Farben, Graustufen, Sepia, Farbton, Türkis, Cartoon, Fischauge, Launisch, Ölpastell, Grob.. Der jeweilige Effekt wird bereits vor der Aufnahme im Sucherbild angezeigt – das ist praktisch. Ich bevorzuge es allerdings, zunächst ein unbearbeitetes Foto aufzunehmen und dann nachträglich einen Filter darauf anzuwenden. So erhält man sich den größtmöglichen Gestaltungsspielraum.

Autofokus

Der Autofokus funktioniert schnell und zuverlässig, lässt bei schwierigen Lichtverhältnissen allerdings etwas nach. Auch bewegte Objekte werden recht sicher scharf gestellt.
Ich hätte mir jedoch eine geringere Naheinstellgrenze gewünscht. Makroaufnahmen sind so leider nur sehr eingeschränkt möglich.

Die Bildqualität

Fotos, die mit dem Galaxy S5 aufgenommen wurden, erscheinen detailreich und zeichnen sich durch kräftige, aber nicht unnatürlich übersättigte Farben aus. Besonders bei Tageslicht ist die Bildqualität beachtlich. Hier muss sich das Smartphone definitiv nicht vor einer besseren Kompaktkamera verstecken.
Bei kontrastreichen Motiven hilft die HDR-Funktion dabei, ein ausgewogenes, detailreiches Foto zu erhalten. Das Fotografieren bei schwierigen Lichtverhältnissen und schlechter Beleuchtung, z.B. in der Dämmerung, führt zu einem Detailverlust in den Aufnahmen. Leider geht die Rauschunterdrückung hier zu radikal vor – andere Smartphones beherrschen das besser.
Insgesamt liefert die Kamera aber sehr überzeugende Ergebnisse und es macht Spaß, mit dem Galaxy S5 zu fotografieren.

Beispielfotos

Video

Auch bei der Videoaufzeichnung bietet das Galaxy S5 verschiedene Modi zur Auswahl. Neben der normalen Aufnahme können eine Zeitlupen- oder Zeitrafferfunktion, sowie die Modi „Ruckelfreie Bewegung“ oder „MMS-Limit“ genutzt werden.

Beispielvideo des Zeitlupenfunktion

Das Galaxy S5 kann sogar Video in Ultra-HD-Auflösung, d.h. 3840×2160 Pixel, aufzeichnen. Leider besitze ich keinen Fernseher oder Monitor, der diese Auflösung nativ darstellen könnte. Ich kann daher zur Qualität der Videos keine Aussage treffen. Man sollte jedoch beachten, dass im UHD-Videomodus einige Funktionen nicht zur Verfügung stehen. Der Dual-Camera-Modus, HDR, Effekte, Remote-Sucher und das Aufnehmen von Fotos während der Videoaufzeichnung können hier nicht genutzt werden.
Da nur die wenigsten Smartphone-Nutzer derzeit über entsprechende Anzeigegeräte verfügen werden, bleibt die UHD-Auflösung ein nettes Gimmick ohne echten Nutzen.

Beispielvideo
(Leider komprimiert Youtube das Video sehr stark – dadurch leidet die Qualität erheblich. Im Original sind keine Kompressionsartefakte sichtbar.)

Videos in Full-HD-Auflösung zeichnen sich durch kräftige Farben und eine detailreiche Darstellung aus. Der Autofokus reagiert gut, könnte allerdings in manchen Situationen etwas schneller sein.
Gerade beim Filmen bietet die HDR-Funktion einen echten Mehrwert. Damit gelingt es, auch schwierige Beleuchtungssituationen mit hohen Kontrasten so abzubilden, dass Schattenbereiche noch Details aufweisen und Lichter nicht „ausfressen“, also ohne Zeichnung dargestellt werden.

Die Videoqualität gefällt mir sehr gut. Das Material, das ich mit dem Galaxy S5 aufgenommen habe, wirkt auch auf einem 50-Zoll-Full-HD-Fernseher scharf und detailreich. So sollte es sein.

Fazit

Das Samsung Galaxy S5 bietet eine beachtliche Foto- und Videoqualität, die durchaus mit der von besseren Kompaktkameras vergleichbar ist. Leider fallen die Ergebnisse in Dämmerung und Dunkelheit etwas weniger gut aus. Eventuell könnte ein Software-Update, dass die Rauschunterdrückung weniger aggressiv gestaltet, hier Abhilfe schaffen.
Bereits im Auslieferungszustand stehen dem Nutzer einige sinnvolle Aufnahmeoptionen zur Verfügung, die z.T. zu wirklich guten Ergebnissen führen. Hervorheben möchte ich hier den HDR-Modus, den „Selektiven Fokus“ und „Shot&More“.

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