Erfahrungsbericht Braun Series 9 9290cc

Lieferumfang und erster Eindruck

lieferumfangDer Karton des Braun Series 9 9290cc enthält den Rasierer ein Reiseetui, ein Reinigungsbürstchen, die Reinigungsstation inklusive einer Reinigungskartusche, das Netzteil und eine Bedienungsanleitung.

Der Rasierer wirkt, besonders auf Produktfotos und direkt nach dem Auspacken, sehr ansprechend und modern. Die Farbgebung in silber und schwarz mit zusätzlichen chromfarbenen Metallakzenten, sowie das blau beleuchtete Status-Display sorgen für einen technischen und hochwertigen Look.
Leider wird Braun dem Anspruch an einen Premiumrasierer bei der Materialwahl nicht vollständig gerecht. Eingesetzt werden hier hauptsächlich Kunststoffelemente, die zwar keineswegs billig wirken, aber andererseits auch keinen besonders hochwertigen haptischen Eindruck erzeugen. Berücksichtigt man die unverbindliche Preisempfehlung für die Series 9 Rasierer, so würde ich eher ein Metallgehäuse erwarten.
Die chromfarbenen Elemente erweisen sich leider als „Fingerabdruckmagnete“. Diese Designentscheidung sieht auf den Produktfotos definitiv besser aus als im praktischen Einsatz.

Series9_freigestelltInsgesamt habe ich an der Verarbeitungsqualität des Braun Series 9 aber nichts auszusetzen. Das Gehäuse hinterlässt einen soliden Eindruck und liegt, trotz des geringen Gewichtes, gut in der Hand. Die Gummierung an den Seiten und auf der Rückseite des Gerätes sorgt für eine hohe Griffigkeit auch beim Einsatz unter der Dusche. Alle Bedienelemente lassen sich gut betätigen, der Ein- und Ausschalter hat einen definierten Druckpunkt.

Die Reinigungsstation wirkt ansprechend und passt optisch gut zum Series 9 Rasierer. Das Gehäuse besteht aus schwarzem Kunststoff. Ober- und Unterteil setzen sich durch eine Hochglanzoptik vom mattierten Mittelteil ab. Der Ein- und Ausschalter ist gut erreichbar auf der Oberseite platziert. Zur Inbetriebnahme muss das Ladekabel an der Geräterückseite eingesteckt werden. Die mitgelieferte Reinigungskartusche wird, gemäß den Anweisungen in der Bedienungsanleitung, eingesetzt. Nach dem Verbinden mit dem Stromnetz ist die Station einsatzbereit.

Das mitgelieferte Reinigungsbürstchen ist zum trockenen Reinigen des Scherkopfes vollkommen ausreichend. Das Reiseetui besteht aus Nylongewebe und ist von einfacher Qualität. Bei anderen Ausstattungsvarianten zählt ein Reiseetui in Lederoptik zum Lieferumfang, das deutlich hochwertiger wirkt. Insgesamt schützt das beiliegende Etui den Rasierer aber vor Kratzern und Stößen und erfüllt somit seinen Zweck.

Der Rasierer

Zunächst möchte ich einmal wiedergeben, mit welchen Eigenschaften und Ausstattungsmerkmalen Braun den Series 9 Rasierer bewirbt.

Alle Series 9 Modelle sind wasserdicht (bis zu 5 Meter) und können als Wet&Dry-Modelle auch mit Rasierschaum oder -gel benutzt werden. Dem Einsatz unter der Dusche steht, genau wie der Reinigung unter fließendem Wasser, nichts im Wege.
Der Präzisionstrimmer ermöglicht exaktes Trimmen von Koteletten und Bart.
Informationen über Batterie- und Reinigungsstatus, sowie zur Reisesicherung werden auf dem LED-Display angezeigt. Der Li-Ionen-Akku kann in einer Stunde voll aufgeladen werden und ermöglicht dann 50 Minuten kabelloses Rasieren. Schon eine Ladezeit von 5 Minuten reicht für eine Rasur.

series9_scherkopfAls besonderes Feature der Series 9 – Rasierer ist der flexible SyncroSonic Scherkopf mit vier beweglichen Scherelementen zu nennen.
Der Scherkopf ist insgesamt um 40° schwenkbar und die einzelnen Scherelemente sind unabhängig voneinander beweglich gelagert. Dadurch soll sich der Scherkopf den Gesichtskonturen optimal anpassen und stets einen nahen Hautkontakt herstellen.
Durch das 4-fach Schersystem sollen bereits in einem Zug mehr Haare erfasst werden. Der Scherkopf besteht aus jeweils einem Scherelement mit OptiFoil-Scherfolie an den Außenseiten und zwei Trimmer-Elementen im mittleren Bereich. Die OptiFoil-Scherfolie soll durch ihrer Geometrie und die ergonomischen Öffnungen mehr Haare erfassen und noch tiefer als zuvor abschneiden.
Der sogenannte HyperLift&Cut Trimmer bewegt sich parallel zur Haut und soll so flach anliegende Haare erfassen. Dieser Trimmer ist mit Titan beschichtet.
Der Direct&Cut Trimmer bewegt sich im rechten Winkel zur Haut und soll Haare erfassen, die in verschiedene Richtungen wachsen.
Die vier Scherelemente sollen zusammmen 40000 Schneidbewegungen pro Minute leisten. Der Scherkopf wird durch einen Schallmotor unterstützt, der mit 10000 Mikrovibrationen pro Minute arbeitet und dazu beitragen soll, dass mehr Barthaare erfasst und geschnitten werden.
Insgesamt soll das Zusammenspiel von SonicPower und dem 4-fach-Schersystem weniger Druck auf die Haut ausüben und zu einer schonenden und sanften Rasur führen.
Der Scherkopf kann in fünf Positionen festgestellt werden (-20°, -10°, 0°, 10°, 20°). Dadurch soll eine präzise Rasur auch an schwer erreichbaren Gesichtspartien ermöglicht werden.

Praxiserfahrungen

Handhabung

series9_waageDer Braun Series 9 Rasierer liegt gut in der Hand. Beim ersten Ausprobieren wirkt das Gerät ziemlich leicht, aber letztendlich nicht zu leicht. Die Gummierung an den Seiten und der Rückseite des Rasierers sorgt für eine angenehme Griffigkeit. Auch mit nassen Händen muss ich nicht befürchten, dass mir der Rasierer entgleitet.
Der Daumen liegt dabei auf der Vorderseite in einer griffigen Mulde auf dem Arretierungsschalter für den Scherkopf – das sorgt für zusätzliche Stabilität.
Mit dem Arretierungsschalter kann man den Scherkopf in 5 Postitionen feststellen (-20°, -10°, 0°, 10°, 20°). Dabei wird der Kopf allerdings nicht vollständig fixiert. Drückt man mit dem Finger seitlich dagegen, so kann man ihn zu den nächsten Rastungen weiterspringen lassen.
Der runde Ein- und Ausschalter ist gut erreichbar unterhalb der Arretierung platziert. Ein kurzer Druck auf diesen schaltet das Gerät erwartungsgemäß ein und aus. Ein längerer Druck aktiviert die Einschaltsperre, die ein unbeabsichtigtes Einschalten des Rasierers, z.B. auf Reisen im Koffer, verhindert. Ein erneuter längerer Druck schaltet die Sperre wieder ab.
In dem schwarzen Bereich zwischen Ein-/Ausschalter und dem Braun-Logo befindet sich das Display des Series 9 Rasierers. Meine Modellvariante (Series 9 9290cc) stellt dort nach dem Einschalten alle wichtigen Information mit blauen LEDs dar.
Der Ladezustand wird dabei in Form von 5 blauen Balken angezeigt. Bei niedrigem Akkustand erscheint dann ein rot blinkendes Akkusymbol. Sollte eine Reinigung erforderlich sein, leuchtet ein blaues Tropfensymbol auf. Die Einschaltsperre wird durch ein Schloßsymbol signalisiert.
Insgesamt ist das Display leicht verständlich und gut ablesbar.

Dreht man den Rasierer um die Längsachse fällt der Blick auf den Langhaarschneider. Hier drückt man zunächst auf die Entriegelungstaste und schiebt den Langhaarschneider dann nach oben. Der Scherkopf wird automatisch zentriert und der Langhaarschneider eingeschaltet.

series9_displayInsgesamt erscheinen mir alle Bedienelemente sinnvoll platziert und sind einfach und intuitiv nutzbar. Meiner Meinung nach hätte der Arretierungschalter für den Scherkopf nicht derart prominent platziert werden müssen, da ich die Arretierung seltener nutze. Es stört mich allerdings auch nicht weiter.
Es bleibt mir unverständlich, warum man den Winkel des Scherkopfes nicht fixieren kann. Beim Rasieren ist es bereits mehrfach vorgekommen, dass ich den Winkel unbeabsichtigt verstellt habe. Das ist zwar kein großes Problem, aber es ist mir als störend aufgefallen.
Das Display ist nützlich und bietet alle für mich relevanten Informationen in einer leicht verständlichen Ansicht. Die Darstellung des Ladezustands in 5 Stufen ist für mich ausreichend, da ich durch die Nutzung der Reinigungsstation ohnehin täglich den Rasierer lade. Eventuell wäre hier eine besser aufgelöste Darstellung, z.B. als Prozentwert, wünschenswert.

Der Rasierer kann mit dem beiliegenden Ladeadapter auch unabhängig von der Ladestation geladen werden. Dazu nimmt man das Spiralkabel an der Station ab und nutzt am Rasierer die entsprechende Buche auf der unteren Kante zum Aufladen.
Bei Verwendung der Ladestation wird der Rasierer über zwei Kontakte auf der Rückseite geladen.

Zum Abnehmen des Schersystems müssen beide Entriegelungstasten am Scherkopf gedrückt werden. Das Aufsetzen ist leider manchmal etwas hakelig.

Rasur

Ich habe eine recht empfindliche Haut, die zu Rötungen und Entzündungen neigt, wenn die Rasur nicht schonend genug verläuft. Daher war ich auf das Ergebnis nach dem Rasieren mit dem neuen Braun Series 9 gespannt.

 Trockenrasur

Der Series 9 gleitet gut über die Haut und schneidet die Barthaare sauber ab. Der Scherkopf passt sich den Gesichtskonturen dabei tatsächlich ziemlich gut an. Die beweglich gelagerten Scherteile und der schwenkbare Kopf sorgen für eine hautnahe Rasur.
Auch ein dichter Bartwuchs oder ein Dreitagebart stellen kein ernsthaftest Problem für den Series 9 dar. Der Motor ist ausreichend dimensioniert, um auch hier eine gründliche Rasur zu ermöglichen.
Im Vergleich zum Braun Series 7, meinem bisherigen Rasierer, habe ich den Eindruck, dass mehr Haare beim ersten Zug erfasst werden. Dennoch verbringt der aktuelle Braun Premiumrasierer keine Wunder. Es sind bei mir auch weiterhin mehrere Züge für eine glatte Rasur erforderlich – besonders im Halsbereich. Eine Verbesserung gegenüber der Series 7 ist allerdings subjektiv spürbar.
Insgesamt fühlt sich die Rasur sehr sanft an. Stärkere Hautreizungen oder gar Verletzungen kamen bei Benutzung des Series 9-Rasierers nie vor. Allerdings führte die Trockenrasur bei mir anfangs zu einer leichten Rötung, die nach einer Eingewöhnungsphase verschwand. Ich persönlich bevorzuge aber allgemein di e elektrische Rasur in Verbindung mit einem Rasiergel. Vermutlich traten aus diesem Grund die Hautrötungen auf, als ich für meinen Testbericht wieder zur Trockenrasur wechselte.
Das Rasurergebnis ist sehr zufriedenstellend.

Nassrasur

Die Wet&Dry-Modelle von Braun sind wasserdicht und können daher auch für eine Nassrasur, z.B. auch unter der Dusche, eingesetzt werden. Ich bevorzuge diese Möglichkeit und trage nach dem Waschen des Gesichts noch etwas Rasiergel auf – die Rasur wird dadurch noch angenehmer und der Scherkopf gleitet mühelos über die Haut. Überschüssigen Schaum und Bartstoppeln spüle ich zwischendurch unter fließendem Wasser ab.
Subjektiv empfinde ich die Nassrasur mit dem Braun Series 9 als noch sanfter und – gerade im Sommer – erfrischender. Hautirritationen werden vermieden und das Rasurergebnis überzeugt mich.

Allgemeines

Der große Scherkopf ist beim Rasieren an schlecht zugänglichen Gesichtspartien etwas gewöhnungsbedürftig – der Bereich zwischen Nase und Oberlippe sei hier exemplarisch erwähnt. Durch die Arretierung des Scherkopfes in einer angewinkelten Position ist auch hier eine Rasur möglich. Es fällt aber auf, dass die Rasierleistung dann schlechter ausfällt, da nicht alle Scherteile Kontakt zu dem zu rasierenden Bereich haben. Es sind mehrere Züge erforderlich.
Eventuell stossen Männer, die ihren Bart stylen möchten, auch auf Probleme. Zumindest stelle ich fest, dass es ein wenig an Übersicht mangelt. Da ich mich jedoch glatt rasiere, fällt das für mich nicht weiter ins Gewicht.

Der Langhaarschneider funktioniert und ist gut benutzbar. Da man ihn nach oben herausschiebt, kann man den Schnittbereich gut einsehen.

Der Rasierer kann innerhalb einer Stunde voll aufgeladen werden. Die vom Hersteller angegebene Laufzeit von 50 Minuten konnte ich bisher nicht nachvollziehen, da ich täglich die Reinigungsstation verwende. Ich werde den Bericht zur Akkulaufzeit später nachliefern.

Reinigung

Zum Lieferumfang des Braun Series 9 9290cc gehört eine automatische Reinigungsstation, die ich nach jedem Gebrauch des Rasierers verwende.
Man kann den Rasierer aber auch nur ausbürsten (Bürste im Lieferumfang) oder unter fließendem Wasser reinigen – besonders im Urlaub ist das praktisch.
Normalerweise spüle ich den Rasierer nach Gebrauch zunächst unter fließendem, heißem Wasser aus, gebe etwas Flüssigseife auf den Scherkopf und halte dann den eingeschalteten Rasierer erneut unter den Wasserstrahl. Anschließend spüle ich noch einmal den abgenommenen Scherkopf aus.
Zu Hause kommt der trockene Rasierer zum Schluss in die Reinigungsstation. Der Series 9-Rasierer signalisiert mit einem Tropfensymbol auf dem Display, dass eine Reinigung in der Clean&Charge-Reinigungsstation erforderlich ist. Diese Anzeige erlischt erst nach einer tatsächlichen Benutzung der Reinigungsstation.

Verwendung der Reinigungstation

series9_in_station_uebersichtBeim Einsetzen des Braun Series 9 in die Reinigungstation erklingt ein dezenter Signalton, die Status-LED leuchtet dauerhaft und die Station ermittelt den Hygienestatus des Rasierers. Dieser wird mit Tropfensymbolen an der Station signalisiert. Je nach Verschmutzung wird entweder das Sparprogramm (ein Tropfen), normale Reinigung (zwei Tropfen) oder intensive Reinigung (drei Tropfen) gewählt. Mit einem Druck auf die Starttaste beginnt dann der automatische Reinigungsprozess, der aus mehreren Zyklen besteht. Während der Reinigung blinkt die Status-LED an der Station. Es wird dabei mehrfach Reinigungsflüssigkeit durch den Scherkopf gespült und der Rasierer schaltet sich wiederholt ein. Je nach Programm dauert die Reinigungsphase bis zu drei Minuten. Es schließt sich dann eine bis zu 40-minütige Trocknungsphase an, bei der dauerhaft eine Lüftung läuft.
Nach Abschluss der Reinigung wird der Series 9 automatisch geladen.
Sollte ein Wechsel der Reinigungskartusche erforderlich sein, signalisiert die Station dies über eine Anzeige auf der linken Seite. Bei permanent rot leuchtender Füllstandsanzeige verbleiben noch ca. 3 weitere Reinigungszyklen. Blinkt die Anzeige schließlich rot, so muss die Kartusche ausgetauscht werden.

Insgesamt ist die Reinigungsstation praktisch und einfach zu bedienen. Sie sorgt dafür, dass mir stets ein hygienisch einwandfreier, optimal gepflegter und aufgeladener Rasierer zur Verfügung steht. Die Reinigungsflüssigkeit hat einen angenehm frischen Duft (citrusartig und alkoholisch) und enthält pflegende Substanzen für das Schersystem. Es kommen die gleichen Reinigungskartuschen zum Einsatz wie auch schon bei der Series 7. Inzwischen möchte ich nicht mehr auf eine Reinigungsstation verzichten.

Dennoch möchte ich zwei negative Aspekte nicht verschweigen:
Zum einen sind die Folgekosten für das Reinigungsmittel zu berücksichtigen. Braun empfiehlt bei täglicher Nutzung nach drei Wochen einen Wechsel der Reinigungskartusche und bei seltener Benutzung nach spätestens acht Wochen. Die originalen Clean&Renew-Kartuschen kosten im 5er-Pack ca. 4,30€ pro Stück.
Desweiteren empfinde ich die Geräuschentwicklung der Reinigungsstation manchmal als störend, zumal der Lüfter zum Trocknen des Rasierers noch bis zu 40 Minuten lang läuft. Da sich die Reinigungsstation bei den meisten Nutzern wahrscheinlich im Bad befinden wird, ist dies aber zu verschmerzen.

Fazit

Positiv

+ Design
+ Trocken- und Nassrasur möglich
+ gutes Rasurergebnis
+ Hautschonung
+ gute Akkulaufzeit
+ Ladezeit (1h bis Vollladung)
+ Reinigungsstation (hygienische Reingung, da Reinigungsmittel auf Alkoholbasis)
+ Reinigung auch unter fließendem Wasser möglich
+ Verarbeitung gut

 
Neutral

= Gehäusematerial wird Premiumanspruch nicht ganz gerecht
= Reiseetui wird mitgeliefert, aber einfache Ausführung
= Betriebsgeräusch Rasierer
= Betriebsgeräusch Reinigungsstation
= Arretierung des Scherkopfes

Negativ

– Preis
– Folgekosten für Reinigungsmittel
– Folgekosten Scherkopf
– chromfarbenes Design anfällig für Fingerabrücke und Wasserspritzer

 
Insgesamt halte ich den Braun Series 9 9290CC für einen sehr guten elektrischen Rasierer, der ein überzeugendes Rasurergebnis erzielt und dabei schonend zur Haut ist. Das Gesamtpaket ist attraktiv und es bietet sich nur wenig Anlass zu Kritik. Das Design gefällt mir und auf die Reinigungsstation möchte ich nicht mehr verzichten.
Allerdings ruft Braun auch einen beachtlichen Preis für seinen Premiumrasierer auf. Erfahrungsgemäß wird sich dieser im Laufe der Zeit auf einem wesentlich freundlicheren Niveau einpegeln.

Vergleich Series 9 mit Series 7

Seit mehr als zwei Jahren nutze ich einen Braun Series 7 799cc-7 Wet&Dry. Daher möchte ich abschließend noch meinen „alten“ Rasierer und den Braun Series 9 9290CC vergleichen.

Im Hinblick auf Rasurergebnis und Hautschonung stellt mich der Series 7-Rasierer durchaus zufrieden.
Erwähnenswert ist der, im Vergleich zum entsprechenden Ersatzteil aus Series 9, deutlich günstigere Scherkopf, der insgesamt kompakter ist und auch etwas robuster wirkt. Allerdings bietet dieser nur drei Scherteile und kann auch nur in einer Position arretiert werden (Scherkopf ist dann aber vollständig fixiert).
Im direkten Vergleich mit den Series 9 Geräten wirkt das Design des 799cc-7 inzwischen recht altbacken und die Reinigungsstation macht – vor allem durch die wenig dezente „Diskobeleuchtung“ – keinen hochwertigen Eindruck. Erwähnenswert ist aber, dass beim Series 7 kein Lüfter zum Trocknen nach der Reinigung verwendet wird. Nach dem Reinigungsprogramm ist die Station daher geräuschlos. Beide Serien nutzen die gleichen Reinigungskartuschen und das Reinigungsergebnis ist auch bei Series 7 sehr zufriedenstellend.

Der Series 9-Rasierer überzeugt mich mit einem etwas besseren Rasierergebnis, sowohl im Hinblick auf Gründlichkeit als auch auf Hautschonung. Subjektiv empfinde ich die Rasur als angenehmer. Das Design des Rasierers und der Reinigungsstation wirkt zeitgemäßer und gefällt mir persönlich wesentlich besser.
Allerdings muss man bedenken, dass der Series 9 gerade zur Markteinführung ziemlich teuer ist und dem Premiumanspruch (zu diesem Preis) auch nicht vollständig gerecht wird. Letztendlich halte den Braun Series 9 9290CC aber für den besseren Rasierer.

Erfahrungsbericht Samsung Galaxy S5

Samsung Galaxy S5

Lieferumfang

Die Verpackung des Smartphones ist in einer Holzoptik gehalten. Nach dem Öffnen des Kartons kommt direkt das Galaxy S5 zum Vorschein. Außerdem enthalten sind ein Ladegerät (2A), ein Anschlusskabel (USB auf MicroUSB), In-Ear-Kopfhörer mit Wechselaufsätzen, Kurzanleitungen und Garantieunterlagen.

Lieferumfang des Galaxy S5

Lieferumfang des Galaxy S5

Design

Ich habe das Gerät in der Farbvariante „Shimmery White“. Mein erster Eindruck: das Smartphone ist groß (142 mm x 73 mm x 8 mm), aber nicht zu groß. Ich bin derzeit an ein 4,3″-Zoll-Gerät, das HTC One S, gewöhnt. Das Galaxy S5 ist mit 5,1″ merklich größer, aber es fällt mir nicht störend auf, da es gleichzeitig dünn und – mit 145 g – vergleichsweise leicht ist.
Die Vorderseite wird von dem großen Display dominiert. Unterhalb des Bildschirms befindet sich der von Samsung-Geräten bekannte Homebutton, oben das Samsung Logo, der Telefonlautsprecher, eine versteckte Benachrichtigungs-LED, Helligkeits- und Annäherungssensor und die Frontkamera.
An der Seite verläuft um das Gerät eine chromfarbene Kunststoffleiste. Dort befindet sich am unteren Ende des Smartphones eine Öffnung für das Mikrofon und der Anschluß für das Daten- bzw. Ladekabel hinter einer Schutzklappe. Auf der linken Geräteseite ist die Lautstärkewippe und auf der rechten Seite der Ein-/Aus-Schalter angeordnet.
Die Stirnseite des Geräts bietet Platz für den IR-Sender, ein weiteres Mikrofon und den Headset-Anschluss.
Die Rückseite des Samsung Galaxy S5 wurde neugestaltet und weist jetzt eine golfballartige Strukturierung auf. Dort befindet sich der Lautsprecher, ein Samsung-Logo, der Pulsmesser, ein LED-Blitz und die Hauptkamera.

Verarbeitung und Haptik

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Samsung bleibt sich auch beim Galaxy S5 treu und setzt auf Kunststoff als vorherschendes Gehäusematerial. Das sorgt einerseits natürlich für ein geringes Gewicht, obwohl das Smartphone recht groß ist. Andererseits fühlt sich das S5 nicht besonders wertig an. Besonders die sehr dünne Kunststoffabdeckung des Batteriefachs fällt mir hier negativ auf. Der chromfarbene Rahmen an der Gehäuseseite wirkt inzwischen auch recht antiquiert. Andere Smartphone-Hersteller bieten ein deutlich innovativeres, wertigeres Design.
An der Verarbeitung habe ich bei meinem Testgerät nichts auszusetzen. Die Tasten haben einen guten Druckpunkt, es gibt keine auffälligen Spaltmaße oder sonstige Mängel.
Insgesamt liegt das Galaxy S5 gut in der Hand. Das dünne Gehäuse und das geringe Gewicht tragen zu diesem Eindruck bei. Allerdings ist mit dem 5,1″-Bildschirm eine Größe erreicht, bei der ich das Smartphone nicht mehr mit einer Hand bedienen kann.

Display

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Der Bildschirm zählt für mich zu den attraktivsten Austattungsmerkmalen dieses Smartphones. Das 5,1″ (12,95 cm) große AMOLED-Display liefert satte Farben, eine ausreichende Helligkeit, sehr gute Schwarzwerte und vor allem eine herausragende Schärfe.
Mit einer Full-HD-Auflösung von 1920×1080 Pixeln und einer Pixeldichte von 432ppi kann Schrift gestochen scharf dargestellt werden. Das Lesen von Texten auf dem Smartphone wird so zu einer Freude.
Farben werden AMOLED-typisch übersättigt dargestellt – das ist Geschmackssache (und kann per Einstellung den eigenen Vorlieben angepasst werden). Schwarz erscheint tatsächlich schwarz. Die maximale Bildschirmhelligkeit reicht aus, um bei direkter Sonneneinstrahlung noch etwas auf dem Display erkennen zu können – der Kontrast nimmt allerdings deutlich ab.

Performance

Das Samsung Galaxy S5 verfügt über einen Quadcore-Prozessor mit 2,5GHz Taktfrequenz und 2GB RAM.
Damit bietet es genug Leistungsreserven um alle Anforderungen des Alltags und auch aufwändige Spiele zu bewältigen. Ich hatte nie den Eindruck, das S5 an seine Leistungsgrenzen zu bringen.
Lediglich auf der Softwareseite sehe ich noch Optimierungspotential. So startet die Kamera-App deutlich zu langsam und die Touchwiz-Oberfläche wirkt zeitweise etwas behäbig. Ich würde eine schlankere, performantere Benutzeroberfläche bevorzugen. Insgesamt gibt es aber an der Leistung nichts auszusetzen.

Akku

Das Galaxy S5 bietet eine gute Akkulaufzeit. Bei normalem Gebrauch ist durchaus eine 2-tägige Nutzungsdauer mit einer Ladung des 2800mAh-Akkus möglich. Dabei nutze ich u.a. Push-Email, Twitter, habe das S5 mit der Gear 2 gekoppelt, fotografiere ein wenig und surfe gelegentlich im Netz.
Bei sehr intensiver Nutzung durch Spielen, Videoaufnahmen, häufig leuchtendem Bildschirm etc. schafft es das S5 immer noch gut über einen Arbeitstag. Ich bin zufrieden.
Durch die Energiesparmodi des Galaxy S5 kann man die Laufzeit erheblich verlängern. Im Ultra-Energiesparmodus wird die Funktionalität des Smartphones auf ein absolutes Minimum reduziert. Dazu beendet das S5 alle nicht benötigten Prozesse, schaltet auf eine schwarz-weiß Darstellung um und dient danach im wesentlichen nur zum Telefonieren und SMS schreiben. Belohnt wird man durch extrem lange Standby-Zeit. Sehr praktisch, wenn man unterwegs ist und bei niedrigem Akkustand noch länger erreichbar bleiben muss.

Konnektivität und Funkverbindungen

Hier lässt das Galaxy S5 keine Wünsche offen. Es beherrscht alle aktuellen Funkstandards: UMTS, LTE und WLAN nach ac-Standard. Darüber hinaus bietet es eine USB-3.0-Schnittstelle, NFC und einen IR-Sender.
Die Geschwindigkeit bei drahtlosen Downloads kann man mit dem sogenannten „Download-Booster“, der LTE und WLAN bündelt, weiter beschleunigen. Berücksichtigt man aber die derzeitigen LTE-Tarife, kommt diese Option wohl nur in Ausnahmefällen in Frage.
Die Empangsleistung im Mobilfunknetz würde ich als sehr gut bezeichnen.
Insgesamt gibt es hier nicht zu meckern.

Audio

Musik-Player des Galaxy S5

Musik-Player des Galaxy S5


Die Sprachqualität des S5 ist beim Telefonieren, sowohl auf Empfänger- als auch auf Senderseite, recht gut. Der Gehäuselautsprecher erreicht eine hohe Lautstärke. Ein Hörgenuss mag sich jedoch nicht einstellen – dazu fehlt es dem winzigen Lautsprecher naturgemäß an Volumen.
Über angeschlossene Kopfhörer habe ich an der Tonqualität des Galaxy S5 nichts auszusetzen. Der Musikplayer bietet darüberhinaus auch vielfältige Moglichkeiten, den Sound per Equalizer an die eigenen Hörgewohnheiten anzupassen. Die beigelegten In-Ear-Ohrhörer sind brauchbar, aber nicht überragend.

Kamera

Samsung Galaxy S5 - Kamera
Ein weiteres Highlight des Galaxy S5 ist zweifelsfrei die Kamera. Samsung hat das Smartphone mit einer 16-Megapixel-Kamera ausgestattet, die Fotos bis zur Größe 5.312 x 2.988 Pixel aufnimmt. Bei Videos steht eine UHD-Auflösung, d.h. 3840×2160 Pixel, zur Verfügung. Die Frontkamera kann Full-HD-Video und Fotos mit 2-Megapixeln aufzeichnen.

Autofokus

Der Autofokus funktioniert schnell und zuverlässig, lässt bei schwierigen Lichtverhältnissen allerdings etwas nach. Auch bewegte Objekte werden recht sicher scharf gestellt.
Ich hätte mir jedoch eine geringere Naheinstellgrenze gewünscht. Makroaufnahmen sind so leider nur sehr eingeschränkt möglich.

Die Bildqualität

Fotos, die mit dem Galaxy S5 aufgenommen wurden, erscheinen detailreich und zeichnen sich durch kräftige, aber nicht unnatürlich übersättigte Farben aus. Besonders bei Tageslicht ist die Bildqualität beachtlich. Hier muss sich das Smartphone definitiv nicht vor einer besseren Kompaktkamera verstecken.
Bei kontrastreichen Motiven hilft die HDR-Funktion dabei, ein ausgewogenes, detailreiches Foto zu erhalten. Das Fotografieren bei schwierigen Lichtverhältnissen und schlechter Beleuchtung, z.B. in der Dämmerung, führt zu einem Detailverlust in den Aufnahmen. Leider geht die Rauschunterdrückung hier zu radikal vor – andere Smartphones beherrschen das besser.
Insgesamt liefert die Kamera aber sehr überzeugende Ergebnisse und es macht Spaß, mit dem Galaxy S5 zu fotografieren.

Video

Das Galaxy S5 kann sogar Video in Ultra-HD-Auflösung, d.h. 3840×2160 Pixel, aufzeichnen. Leider besitze ich keinen Fernseher oder Monitor, der diese Auflösung nativ darstellen könnte. Ich kann daher zur Qualität der Videos keine Aussage treffen. Man sollte jedoch beachten, dass im UHD-Videomodus einige Funktionen nicht zur Verfügung stehen. Der Dual-Camera-Modus, HDR, Effekte, Remote-Sucher und das Aufnehmen von Fotos während der Videoaufzeichnung können hier nicht genutzt werden.
Da nur die wenigsten Smartphone-Nutzer derzeit über entsprechende Anzeigegeräte verfügen werden, bleibt die UHD-Auflösung ein nettes Gimmick ohne echten Nutzen.
Videos in Full-HD-Auflösung zeichnen sich durch kräftige Farben und eine detailreiche Darstellung aus. Der Autofokus reagiert gut, könnte allerdings in manchen Situationen etwas schneller sein.
Gerade beim Filmen bietet die HDR-Funktion einen echten Mehrwert. Damit gelingt es, auch schwierige Beleuchtungssituationen mit hohen Kontrasten so abzubilden, dass Schattenbereiche noch Details aufweisen und Lichter nicht “ausfressen”, also ohne Zeichnung dargestellt werden.
Die Videoqualität gefällt mir sehr gut. Das Material, das ich mit dem Galaxy S5 aufgenommen habe, wirkt auch auf einem 50-Zoll-Full-HD-Fernseher scharf und detailreich. So sollte es sein.

Automatiken und Effekte

Die Kamera-App unterstützt den Nutzer mit vielen sinnvollen Automatiken und Effekten. Exemplarisch möchte ich hier die Modi „Selektiver Fokus“ und „Shot & More“ nennen.

Selektiver Fokus

Vor allem aus der Spiegelreflexfotografie ist ein Look bekannt, bei dem nur ein Bildbereich scharf abgebildet wird und der übrige Teil des Bildes in Unschärfe verschwindet. Üblicherweise wird dies mit weit geöffneter Blende und langer Brennweite realisiert. Physikalische Gründe (im Zusammenhang mit der geringeren Sensorgröße) sorgen dafür, dass Smartphones nicht denselben Effekt erzielen können.
Mit dem Aufnahmemodus “Selektiver Fokus” ist es nun aber möglich, einen ähnlichen Look auch mit dem S5 zu erreichen. Man muss nur darauf achten, nah an einen Bildbereich im Vordergrund heranzugehen (< 50cm). Andere Objekte im Bild sollten dabei deutlich weiter entfernt sein.
Beim Auslösen nimmt die Kamera dann mehrere Fotos auf, bei denen jeweils auf verschiedene Bildbereiche fokussiert wird. Um gute Ergebnisse zu erzielen, sollte man unbewegte Motive bevorzugen und darauf achten, das Smartphone ruhig zu halten. Nach der Aufnahme kann man auswählen, ob im fertigen Foto der Vordergrund, der Hintergrund oder der ganze Bildbereich scharf abgebildet sein soll. Mit etwas Übung gelingen hier sehr ansehnliche Fotos, die man vorher nicht mit einer Smartphonekamera hinbekommen hat. Gefällt mir gut.

Shot & More

Hinter diesem Modus verbergen sich mehrere nützliche Funktionen, die alle darauf basieren, dass die Kamera beim Drücken des Auslösers einige Aufnahmen in schneller Abfolge macht, die anschließend mit einem Effekt versehen werden können.
Zur Auswahl stehen:

Bestes Foto: Hier kann man sich das gelungenste Bild aus der Reihe aussuchen – das S5 macht ebenfalls einen Vorschlag.

Best Face: Bei Gruppenaufnahmen ist es besonders schwierig, alle Personen mit einem ansprechenden Gesichtsabdruck festzuhalten. Eine blinzelt, der nächste schaut weg… Mit Best Face kann man sich aus verschiedenen Fotos die besten Gesichter aller Personen zusammenstellen und so zu einem stimmigen Bild zusammensetzen.

Radierer: Das Brandenburger Tor tagsüber ohne Touristen fotografieren? Kein Problem. Mit der Radierer-Funktion werden unerwünschte Personen aus dem Foto entfernt.

Drama-Aufnahme: Ermöglicht das Festhalten eines Bewegungsablaufs in einem Bild, ähnlich einer Stroboskop-Aufnahme.

Panoramaschwenk: Mit diesem Effekt kann man im Foto einen Bewegungseindruck, wie bei einem Mitzieher-Foto, erzielen.

Insgesamt eine sehr vielseitige Funktion, die zum Spielen einlädt.

Fingerabdruck-Scanner

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Im Vergleich zu seinen Vorgängermodellen bietet das Samsung Galaxy S5 ein komplett neues Feature: den Fingerabdruckscanner. Dieser befindet sich im Homebutton unterhalb des Touchscreens und kann dazu genutzt werden, das Smartphone zu entsperren. Darüber hinaus kann der eigene Fingerabdruck auch beim Einloggen in das Samsung-Konto oder zum Bezahlen mit Paypal eingesetzt werden.
Zunächst muss man einen oder mehrere Finger einlesen. Zusätzlich ist es erforderlich, ein (nicht zu einfaches) alternatives Passwort einzurichten. Sollte das Entsperren mittels Fingerabdruck einmal nicht gelingen, kann man stattdessen das vorher definierte Passwort eintippen. Gerade bei nassen Fingern, Verletzungen an der Fingerkuppe o.ä. kann das vorkommen.
Meistens gelingt das Entsperren des Samsung Galaxy S5 mit dem hinterlegten Fingerabdruck. In jedem Fall sollte man aber darauf achten, seinen Finger gerade und in der richtigen Geschwindigkeit über den Scanner zu ziehen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man die Erkennungsrate steigern kann, wenn man den selben Finger zweimal im Samsung S5 hinterlegt. Dabei sollte man den Winkel, mit dem man den Finger über den Scanner zieht, und die Fingerhaltung leicht variieren.
Mit einem anderen Finger ließ sich der Scanner bisher nicht austricksen.
Man sollte aber nicht unerwähnt lassen, dass das Verwenden von Fingerabdrücken zur Sicherung des Smartphones nur einen begrenzten Schutz bietet. Natürlich ist das vollkommen ausreichend, wenn man nur verhindern möchte, dass andere bei kurzer Abwesenheit im Smartphone “herumschnüffeln”. Sollte das Smartphone aber gestohlen werden, lässt sich die Sperre wahrscheinlich aushebeln. Ein Smartphone mit Touchscreen ist üblicherweise übersät mit Fingerabdrücken seines Besitzers. Mit einfachen Mitteln kann man diese Abdrücke sichern und daraus einen “Finger” herstellen, der das Smartphone anschließend entsperrt. Auf eine Anleitung dazu verzichte ich mal – aus nachvollziehbaren Gründen 🙂
Verwendet man biometrische Merkmale, wie Fingerabdrücke, zur Identifikation, sollte man auch Datenschutzbedenken berücksichtigen. Speichert Samsung möglicherweise den kompletten Abdruck oder nur einige Identifikationsmerkmale? Werden die Daten nur auf dem Smartphone oder auch auf Servern im Netz hinterlegt?
Letztendlich läuft es darauf hinaus, dass ich Samsung vertrauen muss – ich kann jedenfalls nicht überprüfen, was mit meinen Daten geschieht. Man sollte sich daher überlegen, ob der Komfortgewinn durch das Entsperren per Fingerabdruck es wert ist, das Risiko eines Missbrauchs der biometrischen Daten einzugehen.

Leider ist auch die Umsetzung des Fingerabdruckscanners nicht ganz optimal. Samsung setzt auf einen Scanner – der Finger wird also zeilenweise abgetastet. Möchte man das Smartphone entsperren, muss man erst den Homebutton drücken und dann den entsprechenden Finger über den Scanner ziehen. Unterwegs gelingt das nur mit beiden Händen. Die Zeitersparnis hält sich, verglichen mit der Eingabe einer PIN bzw. eines Passworts, in Grenzen.
Apple hat das beim iPhone 5s, meiner Meinung nach, deutlich besser gelöst. Hier erfasst der Sensor den gesamten Fingerabdruck in einem Vorgang. Ein Druck mit dem (richtigen) Finger auf den Homebutton genügt also schon zum Entsperren des iPhones.

Staub- und wasserdicht

Samsung Galaxy S5 im Regen
Wasser ist der natürliche Feind hochwertiger Elektronik. Sieht man einmal von speziellen Outdoor-Geräten ab, bedeutete der Kontakt mit größeren Mengen Wassers zumeist das gewaltsame Ende eines Smartphones. Glücklicherweise haben inzwischen einige Hersteller erkannt, dass es durchaus einen erheblichen Mehrwert darstellt, wenn man sein Telefon nicht vor jedem Regentropfen in Sicherheit bringen muss.
Das Galaxy S5 ist nach IP67 zertifiziert, d.h. es ist staub- und wasserdicht (bei Untertauchen für bis zu 30 Minuten in bis zu 1m Wassertiefe). Sieht man sich das Smartphone genauer an, fallen einem an mehreren Stellen die Maßnahmen ins Auge, die Samsung zum Schutz des Geräts ergriffen hat. Der Micro-USB-Anschluss befindet sich am unteren Ende des Smartphones hinter einer Klappe, die mit einer Gummidichtung versehen ist. Nimmt man die Rückseite des S5 ab, sieht man eine Dichtlippe, die den Bereich um Akku, Sim- und Speicherkarte abdichtet. Der Headsetanschluss, Lautsprecher, Mikrofon, Kamera und Pulsmesser sind offenbar so ausgeführt, dass sie nicht zusätzlich gegen eindringendes Wasser geschützt werden müssen.
Meiner Meinung nach ist die Abdichtung gegen Staub und Wasser ein sehr gutes Feature und ich würde es begrüssen, wenn noch mehr Smartphones derart ausgestattet wären.

Abdeckung des MicroUSB-Ports

Abdeckung des MicroUSB-Ports


Dichtlippe im Akkufachdeckel

Dichtlippe im Akkufachdeckel

Fitness

S Health App
Zu den Neuerungen des Galaxy S5 zählt der integrierte Pulsmesser auf der Rückseite des Geräts. Er besteht aus einem Sensor und einer roten LED. Legt man dort einen Finger auf und startet die Messung in der S-Health-App, dann beleuchtet die LED den Finger und der Sensor kann auf diese Weise die Pulsfrequenz messen. Mir erschließt sich der Sinn eines zusätzlichen Sensors allerdings nicht. Im Play Store sind bereits Apps erhältlich, die ähnliches mit der Smartphone-Kamera und dem LED-Blitz leisten – das funktioniert übrigens auch beim S5. Eine höhere Genauigkeit konnte ich bei meinen Versuchen auch nicht feststellen. Meiner Meinung nach ist der separate Pulsmesser also nur ein Marketingargument.
Die bereits erwähnte S-Health-App kann zur Trainingsüberwachung verwendet werden. Dazu werden Messdaten des Galaxy S5 oder zusätzlich die eines Wearables, wie z.B. der Gear 2, erfasst. Trainingsfortschritte können so nachvollzogen werden. Es stehen Programme für verschiedene Sportarten bereit, die den Nutzer beim Erreichen eines Workout-Ziels unterstützen.
Insgesamt gefallen mir die App und die angebotenen Fitness-Funktionen recht gut. Es stört mich aber, dass ich das Smartphone, z.B. beim Laufen, mitnehmen muss, um die Trainingsparameter zu erfassen. Hier wäre ein Wearable mit eingebauter GPS-Funktion praktischer.

Benutzeroberfläche

Menü des S5
Das Galaxy S5 wird mit Android 4.4.2 und der aktuellen TouchWiz-Oberfläche von Samsung ausgeliefert.
Der Sperrbildschirm, Homescreen, Icons und Menüs wurden im Vergleich zu Vorgängerversionen kräftig überarbeitet. Besonders die Icons sehen jetzt einheitlicher und gefälliger aus. Leider ist das Einstellungsmenü recht unübersichtlich geraten, da alle Optionen in einer langen Liste dargestellt werden, die nicht sinnvoll strukturiert ist. Man kann – bei Bedarf – aber zu einer anderen Menüansicht wechseln.
Insgesamt lässt sich das S5 mit Touchwiz gut bedienen. Manchmal wirkt die Vielfalt der Einstellungsmöglichkeiten etwas überfordernd. Die Samsung-typische Optik durch große Widgets etc. kann nach den eigenen Vorstellungen umfassend angepasst werden. Hinzugekommen ist „MyMagazine“, eine Flipboard-Variante zum Lesen von News, erreichbar auf einem eigenen Screen.
Herstellerspezifische Benutzeroberflächen wie Touchwiz (oder z.B. Sense von HTC) bleiben eine Geschmackssache. Zusammenfassend würde ich das Look-and-Feel aber durchaus als gelungen bezeichnen.

Fazit

Mit dem Galaxy S5 hat Samsung ein gutes Smartphone abgeliefert. Es bietet aktuelle Technik, gute Performance, ein tolles Display und eine sehr gute Kamera in einer zweckmäßigen Verpackung. Mir fehlt allerdings etwas die Innovation bzw. ein Alleinstellungsmerkmal. Die neuen Fitness-Funktionen und der Fingerabdruck-Scanner (beide etwas halbherzig umgesetzt) führen bei mir jedenfalls nicht zu einem unmittelbaren Haben-Wollen-Reflex.
Leider hält Samsung auch an seiner Designsprache und Materialwahl fest. Andere Smartphone-Hersteller beweisen hier mehr Mut und bieten aktuelle Modelle, die das S5 im Hinblick auf Gestaltung und Wertigkeit deutlich übertreffen. Letztendlich muss jeder Käufer den Stellenwert dieser Kriterien für sich selbst bewerten. Ich erwarte allerdings von einem Oberklasse-Smartphone, dass es auch danach aussieht.
Insgesamt bietet das Samsung Galaxy S5 aber ein sehr gutes Gesamtpaket und zählt damit sicher zu den derzeit besten Smartphones am Markt. Ich würde mit einem Kauf allerdings noch etwas warten, bis der Marktpreis weiter gefallen ist.

+ Pro

  • hervorragendes Display
  • sehr gute Kamera
  • staub- und wasserdicht
  • Performance
  • Akkulaufzeit/Energiesparmodi
  • geringes Gewicht, dünn
  • gutes Gesamtpaket

= Neutral

  • Fingerabdruckscanner
  • Pulsmesser
  • Design

– Negativ

  • Haptik
  • Klappe am USB-Anschluss wirkt nicht besonders langlebig

Samsung Galaxy S5: Die Kamera

Samsung Galaxy S5 - KameraBei der Entscheidung für ein neues Smartphone spielt die Qualität der Kamera inzwischen für mich eine große Rolle. Zwar kann das Telefon eine ausgewachsene Spiegelreflex- oder Systemkamera nicht ersetzen, aber ich habe es ständig dabei und bin so immer in der Lage, ein brauchbares Foto zu machen. In den letzten Jahren sind die Smartphone-Kameras außerdem immer besser geworden und erfüllen inzwischen für viele die Anforderungen an eine Schnappschusskamera.
Als ich erfahren habe, dass ich das Samsung Galaxy S5 testen darf, war ich also besonders darauf gespannt, wie sich die Kamera des Smartphones schlagen wird. Inzwischen konnte ich mir einen guten Eindruck verschaffen und möchte diesen hier darstellen.

Samsung hat das S5 mit einer 16-Megapixel-Kamera ausgestattet, die Fotos bis zur Größe 5.312 x 2.988 Pixel aufnimmt. Bei Videos steht eine UHD-Auflösung, d.h. 3840×2160 Pixel, zur Verfügung. Die Frontkamera kann Full-HD-Video und Fotos mit 2-Megapixeln aufzeichnen.

Kamera-App

Benutzeroberfläche der Kamera-App

Benutzeroberfläche der Kamera-App


Die Kamera App des Galaxy S5 hinterlässt insgesamt einen guten Eindruck. Die Oberfläche wirkt zunächst recht aufgeräumt. Icons am linken Bildrand bieten Zugriff auf das Einstellungsmenü, sowie auf weitere Bildparameter. Der Nutzer kann dort selbst Icons aus dem Menü ablegen und so schnell auf die entsprechende Option zugreifen. In der Grundeinstellung ist dort der HDR-Modus und die Option „Selektiver Fokus“ anwählbar. Außerdem kann man zwischen Haupt- und Frontkamera umschalten.
Auf der rechten Seite der Kamera-App befinden sich die Auslöser für Fotos und Videos, sowie ein Icon zum Auswählen des Aufnahmemodus und, am unteren Rand, ein Zugang zur Galerie.
Leider ist das Hauptmenü recht unübersichtlich geraten, da alle Optionen unstrukturiert in einer großen Liste dargestellt werden. Immerhin sind alle Menüpunkte mit einem erklärenden Icon und einem Beschreibungstext versehen.

Einstellungsmenü der Kamera-App

Einstellungsmenü der Kamera-App

Die Foto-Funktion

Das Galaxy S5 bietet verschiedene Aufnahmemodi, die den Fotografen unterstützen und zu besonderen Bildergebnissen führen sollen. Neben den vorinstallierten Optionen kann man bei Samsung noch weitere Aufnahmemodi herunterladen. Zur Verfügung stehen z.B.:

Schönes Porträt

Der Name ist hier selbsterklärend. In diesem Modus wird ein Filter auf das Foto angewendet, der dazu führen soll, ein Portrait etwas gefälliger aussehen zu lassen, also z.B. Hautunreinheiten abzumildern. Die Stärke des Airbrush-Effekts kann man vor der Aufnahme einstellen. Bei Aktivierung der Frontkamera schaltet das S5 automatisch in diesen Modus – ideal für Selfies.

Selektiver Fokus

Selektiver Fokus

Selektiver Fokus


Vor allem aus der Spiegelreflexfotografie ist ein Look bekannt, bei dem nur ein Bildbereich scharf abgebildet wird und der übrige Teil des Bildes in Unschärfe verschwindet. Üblicherweise wird dies mit weit geöffneter Blende und langer Brennweite realisiert. Physikalische Gründe (im Zusammenhang mit der geringeren Sensorgröße) sorgen dafür, dass Smartphones nicht denselben Effekt erzielen können.
Mit dem Aufnahmemodus „Selektiver Fokus“ ist es nun aber möglich, einen ähnlichen Look auch mit dem S5 zu erreichen. Man muss nur darauf achten, nah an einen Bildbereich im Vordergrund heranzugehen (< 50cm). Andere Objekte im Bild sollten dabei deutlich weiter entfernt sein.
Beim Auslösen nimmt die Kamera dann mehrere Fotos auf, bei denen jeweils auf verschiedene Bildbereiche fokussiert wird. Um gute Ergebnisse zu erzielen, sollte man unbewegte Motive bevorzugen und darauf achten, das Smartphone ruhig zu halten. Nach der Aufnahme kann man auswählen, ob im fertigen Foto der Vordergrund, der Hintergrund oder der ganze Bildbereich scharf abgebildet sein soll. Mit etwas Übung gelingen hier sehr ansehnliche Fotos, die man vorher nicht mit einer Smartphonekamera hinbekommen hat. Gefällt mir gut.

Selektiver Fokus: Nah

Selektiver Fokus: Nah


Selektiver Fokus: Fern

Selektiver Fokus: Fern

Virtuelle Tour

Setzt diverse Einzelaufnahmen zu einer virtuellen Tour zusammen – eine gute Hilfe für Immobilienbilder.

Panorama

Erstellt automatisch ein Panorama aus mehreren Einzelaufnahmen. Man muss lediglich die Aufnahme einmal starten und dann den gewünschten Bereich, in horizontaler oder vertikaler Richtung, langsam abschwenken.

Dual Camera

In diesem Modus können gleichzeitig Fotos/Videos mit Front- und Hauptkamera aufgenommen werden. Das Bild der Frontkamera wird dabei in einem kleinen Rahmen in das Hauptbild eingeblendet. Zur Gestaltung stehen verschiedene Rahmenstile zur Verfügung.

Shot & More

Hinter diesem Modus verbergen sich mehrere nützliche Funktionen, die alle darauf basieren, dass die Kamera beim Drücken des Auslösers einige Aufnahmen in schneller Abfolge macht, die anschließend mit einem Effekt versehen werden können.
Zur Auswahl stehen:

Bestes Foto: Hier kann man sich das gelungenste Bild aus der Reihe aussuchen – das S5 macht ebenfalls einen Vorschlag.

Best Face: Bei Gruppenaufnahmen ist es besonders schwierig, alle Personen mit einem ansprechenden Gesichtsabdruck festzuhalten. Eine blinzelt, der nächste schaut weg… Mit Best Face kann man sich aus verschiedenen Fotos die besten Gesichter aller Personen zusammenstellen und so zu einem stimmigen Bild zusammensetzen.

Radierer: Das Brandenburger Tor tagsüber ohne Touristen fotografieren? Kein Problem. Mit der Radierer-Funktion werden unerwünschte Personen aus dem Foto entfernt.

Drama-Aufnahme: Ermöglicht das Festhalten eines Bewegungsablaufs in einem Bild, ähnlich einer Stroboskop-Aufnahme.

Panoramaschwenk: Mit diesem Effekt kann man im Foto einen Bewegungseindruck, wie bei einem Mitzieher-Foto, erzielen.

Insgesamt eine sehr vielseitige Funktion, die zum Spielen einlädt.

HDR

Foto ohne HDR

Foto ohne HDR: Überbelichtete Bereiche oben und rechts, Treppe im Vordergrund unterbelichtet


Foto mit HDR

Foto mit HDR: mehr Detail in Licht- und Schattenbereichen


ist die Abkürzung für „High Dynamic Range“ – vereinfacht zusammengefasst kombiniert man mehrere, unterschiedlich belichtete Fotos zu einer Aufnahme, die dann Zeichnung, sowohl in den Schattenbereich, als auch in den Lichtbereichen aufweist. Auf diese Weise kann man auch Motive mit großen Kontrastunterschieden, z.B. eine Landschaft bei Sonnenschein, detailreich festhalten. Die HDR-Funktion arbeitet beim Galaxy S5 zufriedenstellend und wirkt nicht zu übertrieben.

Effekte

Hier stehen verschiedene Filter zur Verfügung, die man bereits so oder ähnlich aus diversen Apps, z.B. Instagram, kennt: Vignette, Klassisch, Verblasste Farben, Graustufen, Sepia, Farbton, Türkis, Cartoon, Fischauge, Launisch, Ölpastell, Grob.. Der jeweilige Effekt wird bereits vor der Aufnahme im Sucherbild angezeigt – das ist praktisch. Ich bevorzuge es allerdings, zunächst ein unbearbeitetes Foto aufzunehmen und dann nachträglich einen Filter darauf anzuwenden. So erhält man sich den größtmöglichen Gestaltungsspielraum.

Autofokus

Der Autofokus funktioniert schnell und zuverlässig, lässt bei schwierigen Lichtverhältnissen allerdings etwas nach. Auch bewegte Objekte werden recht sicher scharf gestellt.
Ich hätte mir jedoch eine geringere Naheinstellgrenze gewünscht. Makroaufnahmen sind so leider nur sehr eingeschränkt möglich.

Die Bildqualität

Fotos, die mit dem Galaxy S5 aufgenommen wurden, erscheinen detailreich und zeichnen sich durch kräftige, aber nicht unnatürlich übersättigte Farben aus. Besonders bei Tageslicht ist die Bildqualität beachtlich. Hier muss sich das Smartphone definitiv nicht vor einer besseren Kompaktkamera verstecken.
Bei kontrastreichen Motiven hilft die HDR-Funktion dabei, ein ausgewogenes, detailreiches Foto zu erhalten. Das Fotografieren bei schwierigen Lichtverhältnissen und schlechter Beleuchtung, z.B. in der Dämmerung, führt zu einem Detailverlust in den Aufnahmen. Leider geht die Rauschunterdrückung hier zu radikal vor – andere Smartphones beherrschen das besser.
Insgesamt liefert die Kamera aber sehr überzeugende Ergebnisse und es macht Spaß, mit dem Galaxy S5 zu fotografieren.

Beispielfotos

Video

Auch bei der Videoaufzeichnung bietet das Galaxy S5 verschiedene Modi zur Auswahl. Neben der normalen Aufnahme können eine Zeitlupen- oder Zeitrafferfunktion, sowie die Modi „Ruckelfreie Bewegung“ oder „MMS-Limit“ genutzt werden.

Beispielvideo des Zeitlupenfunktion

Das Galaxy S5 kann sogar Video in Ultra-HD-Auflösung, d.h. 3840×2160 Pixel, aufzeichnen. Leider besitze ich keinen Fernseher oder Monitor, der diese Auflösung nativ darstellen könnte. Ich kann daher zur Qualität der Videos keine Aussage treffen. Man sollte jedoch beachten, dass im UHD-Videomodus einige Funktionen nicht zur Verfügung stehen. Der Dual-Camera-Modus, HDR, Effekte, Remote-Sucher und das Aufnehmen von Fotos während der Videoaufzeichnung können hier nicht genutzt werden.
Da nur die wenigsten Smartphone-Nutzer derzeit über entsprechende Anzeigegeräte verfügen werden, bleibt die UHD-Auflösung ein nettes Gimmick ohne echten Nutzen.

Beispielvideo
(Leider komprimiert Youtube das Video sehr stark – dadurch leidet die Qualität erheblich. Im Original sind keine Kompressionsartefakte sichtbar.)

Videos in Full-HD-Auflösung zeichnen sich durch kräftige Farben und eine detailreiche Darstellung aus. Der Autofokus reagiert gut, könnte allerdings in manchen Situationen etwas schneller sein.
Gerade beim Filmen bietet die HDR-Funktion einen echten Mehrwert. Damit gelingt es, auch schwierige Beleuchtungssituationen mit hohen Kontrasten so abzubilden, dass Schattenbereiche noch Details aufweisen und Lichter nicht „ausfressen“, also ohne Zeichnung dargestellt werden.

Die Videoqualität gefällt mir sehr gut. Das Material, das ich mit dem Galaxy S5 aufgenommen habe, wirkt auch auf einem 50-Zoll-Full-HD-Fernseher scharf und detailreich. So sollte es sein.

Fazit

Das Samsung Galaxy S5 bietet eine beachtliche Foto- und Videoqualität, die durchaus mit der von besseren Kompaktkameras vergleichbar ist. Leider fallen die Ergebnisse in Dämmerung und Dunkelheit etwas weniger gut aus. Eventuell könnte ein Software-Update, dass die Rauschunterdrückung weniger aggressiv gestaltet, hier Abhilfe schaffen.
Bereits im Auslieferungszustand stehen dem Nutzer einige sinnvolle Aufnahmeoptionen zur Verfügung, die z.T. zu wirklich guten Ergebnissen führen. Hervorheben möchte ich hier den HDR-Modus, den „Selektiven Fokus“ und „Shot&More“.

Das Galaxy S5 ist nicht wasserscheu

Samsung Galaxy S5 im Regen
Wasser ist der natürliche Feind hochwertiger Elektronik. Sieht man einmal von speziellen Outdoor-Geräten ab, bedeutete der Kontakt mit größeren Mengen Wassers zumeist das gewaltsame Ende eines Smartphones. Glücklicherweise haben inzwischen einige Hersteller erkannt, dass es durchaus einen erheblichen Mehrwert darstellt, wenn man sein Telefon nicht vor jedem Regentropfen in Sicherheit bringen muss.
Das Galaxy S5 ist nach IP67 zertifiziert, d.h. es ist staub- und wasserdicht (bei Untertauchen für bis zu 30 Minuten in bis zu 1m Wassertiefe). Sieht man sich das Smartphone genauer an, fallen einem an mehreren Stellen die Maßnahmen ins Auge, die Samsung zum Schutz des Geräts ergriffen hat. Der Micro-USB-Anschluss befindet sich am unteren Ende des Smartphones hinter einer Klappe, die mit einer Gummidichtung versehen ist. Nimmt man die Rückseite des S5 ab, sieht man eine Dichtlippe, die den Bereich um Akku, Sim- und Speicherkarte abdichtet. Der Headsetanschluss, Lautsprecher, Mikrofon, Kamera und Pulsmesser sind offenbar so ausgeführt, dass sie nicht zusätzlich gegen eindringendes Wasser geschützt werden müssen.

Abdeckung des MicroUSB-Ports

Abdeckung des MicroUSB-Ports


Detailaufname der Dichtlippe auf der Akkufachabdeckung

Dichtlippe auf der Akkufachabdeckung


Verlauf der Abdichtung (rot markiert)

Verlauf der Abdichtung


Dichtlippe im Akkufachdeckel

Dichtlippe im Akkufachdeckel

Deckel sorgfältig schliessen!

Deckel sorgfältig schliessen!

Man sollte auf jeden Fall darauf achten, die Rückseite des Smartphones und die Klappe am USB-Port sehr sorgfältig zu verschließen. Nur so ist das S5 hinreichend gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Samsung erinnert den Benutzer vorsichtshalber nach jedem Abziehen des Ladekabels oder Neustarten des Geräts daran.

Warnung nach Abziehen des Ladekabels

Warnung nach Abziehen des Ladekabels


Warnung nach Neustart

Warnung nach Neustart

Mein Leihgerät möchte ich nicht unbedingt einem Härtetest unterziehen und verzichte daher auf einen Tauchgang für das Galaxy S5. Auf Youtube gibt es aber zahlreiche Hinweise dafür, dass man das Smartphone problemlos in Wasser tauchen kann und es auch danach noch einwandfrei funktioniert.
Ich habe mich bisher auf die Benutzung im Regen beschränkt und ich kann sagen: mir hat die Feuchtigkeit von oben definitiv mehr ausgemacht als dem Samsung Galaxy S5.

Insgesamt halte ich die Abdichtung gegen Staub und Wasser für ein sehr gutes Feature und ich würde es begrüssen, wenn noch mehr Smartphones derart ausgestattet wären.

Man sollte allerdings nicht außer Acht lassen, dass die IP67-Zertifizierung kein Rundumsorglospaket für den Umgang mit Wasser darstellt. Gerade wenn einem das Smartphone herunterfällt und z.B. in einer tiefen Pfütze oder gar der Toilette landet, dann ist die Wahrscheinlichkeit doch recht groß, dass sich der Akkudeckel lösen kann. Da hilft dann leider auch die Abdichtung nicht mehr…