Erfahrungsbericht Braun Series 9 9290cc

Lieferumfang und erster Eindruck

lieferumfangDer Karton des Braun Series 9 9290cc enthält den Rasierer ein Reiseetui, ein Reinigungsbürstchen, die Reinigungsstation inklusive einer Reinigungskartusche, das Netzteil und eine Bedienungsanleitung.

Der Rasierer wirkt, besonders auf Produktfotos und direkt nach dem Auspacken, sehr ansprechend und modern. Die Farbgebung in silber und schwarz mit zusätzlichen chromfarbenen Metallakzenten, sowie das blau beleuchtete Status-Display sorgen für einen technischen und hochwertigen Look.
Leider wird Braun dem Anspruch an einen Premiumrasierer bei der Materialwahl nicht vollständig gerecht. Eingesetzt werden hier hauptsächlich Kunststoffelemente, die zwar keineswegs billig wirken, aber andererseits auch keinen besonders hochwertigen haptischen Eindruck erzeugen. Berücksichtigt man die unverbindliche Preisempfehlung für die Series 9 Rasierer, so würde ich eher ein Metallgehäuse erwarten.
Die chromfarbenen Elemente erweisen sich leider als „Fingerabdruckmagnete“. Diese Designentscheidung sieht auf den Produktfotos definitiv besser aus als im praktischen Einsatz.

Series9_freigestelltInsgesamt habe ich an der Verarbeitungsqualität des Braun Series 9 aber nichts auszusetzen. Das Gehäuse hinterlässt einen soliden Eindruck und liegt, trotz des geringen Gewichtes, gut in der Hand. Die Gummierung an den Seiten und auf der Rückseite des Gerätes sorgt für eine hohe Griffigkeit auch beim Einsatz unter der Dusche. Alle Bedienelemente lassen sich gut betätigen, der Ein- und Ausschalter hat einen definierten Druckpunkt.

Die Reinigungsstation wirkt ansprechend und passt optisch gut zum Series 9 Rasierer. Das Gehäuse besteht aus schwarzem Kunststoff. Ober- und Unterteil setzen sich durch eine Hochglanzoptik vom mattierten Mittelteil ab. Der Ein- und Ausschalter ist gut erreichbar auf der Oberseite platziert. Zur Inbetriebnahme muss das Ladekabel an der Geräterückseite eingesteckt werden. Die mitgelieferte Reinigungskartusche wird, gemäß den Anweisungen in der Bedienungsanleitung, eingesetzt. Nach dem Verbinden mit dem Stromnetz ist die Station einsatzbereit.

Das mitgelieferte Reinigungsbürstchen ist zum trockenen Reinigen des Scherkopfes vollkommen ausreichend. Das Reiseetui besteht aus Nylongewebe und ist von einfacher Qualität. Bei anderen Ausstattungsvarianten zählt ein Reiseetui in Lederoptik zum Lieferumfang, das deutlich hochwertiger wirkt. Insgesamt schützt das beiliegende Etui den Rasierer aber vor Kratzern und Stößen und erfüllt somit seinen Zweck.

Der Rasierer

Zunächst möchte ich einmal wiedergeben, mit welchen Eigenschaften und Ausstattungsmerkmalen Braun den Series 9 Rasierer bewirbt.

Alle Series 9 Modelle sind wasserdicht (bis zu 5 Meter) und können als Wet&Dry-Modelle auch mit Rasierschaum oder -gel benutzt werden. Dem Einsatz unter der Dusche steht, genau wie der Reinigung unter fließendem Wasser, nichts im Wege.
Der Präzisionstrimmer ermöglicht exaktes Trimmen von Koteletten und Bart.
Informationen über Batterie- und Reinigungsstatus, sowie zur Reisesicherung werden auf dem LED-Display angezeigt. Der Li-Ionen-Akku kann in einer Stunde voll aufgeladen werden und ermöglicht dann 50 Minuten kabelloses Rasieren. Schon eine Ladezeit von 5 Minuten reicht für eine Rasur.

series9_scherkopfAls besonderes Feature der Series 9 – Rasierer ist der flexible SyncroSonic Scherkopf mit vier beweglichen Scherelementen zu nennen.
Der Scherkopf ist insgesamt um 40° schwenkbar und die einzelnen Scherelemente sind unabhängig voneinander beweglich gelagert. Dadurch soll sich der Scherkopf den Gesichtskonturen optimal anpassen und stets einen nahen Hautkontakt herstellen.
Durch das 4-fach Schersystem sollen bereits in einem Zug mehr Haare erfasst werden. Der Scherkopf besteht aus jeweils einem Scherelement mit OptiFoil-Scherfolie an den Außenseiten und zwei Trimmer-Elementen im mittleren Bereich. Die OptiFoil-Scherfolie soll durch ihrer Geometrie und die ergonomischen Öffnungen mehr Haare erfassen und noch tiefer als zuvor abschneiden.
Der sogenannte HyperLift&Cut Trimmer bewegt sich parallel zur Haut und soll so flach anliegende Haare erfassen. Dieser Trimmer ist mit Titan beschichtet.
Der Direct&Cut Trimmer bewegt sich im rechten Winkel zur Haut und soll Haare erfassen, die in verschiedene Richtungen wachsen.
Die vier Scherelemente sollen zusammmen 40000 Schneidbewegungen pro Minute leisten. Der Scherkopf wird durch einen Schallmotor unterstützt, der mit 10000 Mikrovibrationen pro Minute arbeitet und dazu beitragen soll, dass mehr Barthaare erfasst und geschnitten werden.
Insgesamt soll das Zusammenspiel von SonicPower und dem 4-fach-Schersystem weniger Druck auf die Haut ausüben und zu einer schonenden und sanften Rasur führen.
Der Scherkopf kann in fünf Positionen festgestellt werden (-20°, -10°, 0°, 10°, 20°). Dadurch soll eine präzise Rasur auch an schwer erreichbaren Gesichtspartien ermöglicht werden.

Praxiserfahrungen

Handhabung

series9_waageDer Braun Series 9 Rasierer liegt gut in der Hand. Beim ersten Ausprobieren wirkt das Gerät ziemlich leicht, aber letztendlich nicht zu leicht. Die Gummierung an den Seiten und der Rückseite des Rasierers sorgt für eine angenehme Griffigkeit. Auch mit nassen Händen muss ich nicht befürchten, dass mir der Rasierer entgleitet.
Der Daumen liegt dabei auf der Vorderseite in einer griffigen Mulde auf dem Arretierungsschalter für den Scherkopf – das sorgt für zusätzliche Stabilität.
Mit dem Arretierungsschalter kann man den Scherkopf in 5 Postitionen feststellen (-20°, -10°, 0°, 10°, 20°). Dabei wird der Kopf allerdings nicht vollständig fixiert. Drückt man mit dem Finger seitlich dagegen, so kann man ihn zu den nächsten Rastungen weiterspringen lassen.
Der runde Ein- und Ausschalter ist gut erreichbar unterhalb der Arretierung platziert. Ein kurzer Druck auf diesen schaltet das Gerät erwartungsgemäß ein und aus. Ein längerer Druck aktiviert die Einschaltsperre, die ein unbeabsichtigtes Einschalten des Rasierers, z.B. auf Reisen im Koffer, verhindert. Ein erneuter längerer Druck schaltet die Sperre wieder ab.
In dem schwarzen Bereich zwischen Ein-/Ausschalter und dem Braun-Logo befindet sich das Display des Series 9 Rasierers. Meine Modellvariante (Series 9 9290cc) stellt dort nach dem Einschalten alle wichtigen Information mit blauen LEDs dar.
Der Ladezustand wird dabei in Form von 5 blauen Balken angezeigt. Bei niedrigem Akkustand erscheint dann ein rot blinkendes Akkusymbol. Sollte eine Reinigung erforderlich sein, leuchtet ein blaues Tropfensymbol auf. Die Einschaltsperre wird durch ein Schloßsymbol signalisiert.
Insgesamt ist das Display leicht verständlich und gut ablesbar.

Dreht man den Rasierer um die Längsachse fällt der Blick auf den Langhaarschneider. Hier drückt man zunächst auf die Entriegelungstaste und schiebt den Langhaarschneider dann nach oben. Der Scherkopf wird automatisch zentriert und der Langhaarschneider eingeschaltet.

series9_displayInsgesamt erscheinen mir alle Bedienelemente sinnvoll platziert und sind einfach und intuitiv nutzbar. Meiner Meinung nach hätte der Arretierungschalter für den Scherkopf nicht derart prominent platziert werden müssen, da ich die Arretierung seltener nutze. Es stört mich allerdings auch nicht weiter.
Es bleibt mir unverständlich, warum man den Winkel des Scherkopfes nicht fixieren kann. Beim Rasieren ist es bereits mehrfach vorgekommen, dass ich den Winkel unbeabsichtigt verstellt habe. Das ist zwar kein großes Problem, aber es ist mir als störend aufgefallen.
Das Display ist nützlich und bietet alle für mich relevanten Informationen in einer leicht verständlichen Ansicht. Die Darstellung des Ladezustands in 5 Stufen ist für mich ausreichend, da ich durch die Nutzung der Reinigungsstation ohnehin täglich den Rasierer lade. Eventuell wäre hier eine besser aufgelöste Darstellung, z.B. als Prozentwert, wünschenswert.

Der Rasierer kann mit dem beiliegenden Ladeadapter auch unabhängig von der Ladestation geladen werden. Dazu nimmt man das Spiralkabel an der Station ab und nutzt am Rasierer die entsprechende Buche auf der unteren Kante zum Aufladen.
Bei Verwendung der Ladestation wird der Rasierer über zwei Kontakte auf der Rückseite geladen.

Zum Abnehmen des Schersystems müssen beide Entriegelungstasten am Scherkopf gedrückt werden. Das Aufsetzen ist leider manchmal etwas hakelig.

Rasur

Ich habe eine recht empfindliche Haut, die zu Rötungen und Entzündungen neigt, wenn die Rasur nicht schonend genug verläuft. Daher war ich auf das Ergebnis nach dem Rasieren mit dem neuen Braun Series 9 gespannt.

 Trockenrasur

Der Series 9 gleitet gut über die Haut und schneidet die Barthaare sauber ab. Der Scherkopf passt sich den Gesichtskonturen dabei tatsächlich ziemlich gut an. Die beweglich gelagerten Scherteile und der schwenkbare Kopf sorgen für eine hautnahe Rasur.
Auch ein dichter Bartwuchs oder ein Dreitagebart stellen kein ernsthaftest Problem für den Series 9 dar. Der Motor ist ausreichend dimensioniert, um auch hier eine gründliche Rasur zu ermöglichen.
Im Vergleich zum Braun Series 7, meinem bisherigen Rasierer, habe ich den Eindruck, dass mehr Haare beim ersten Zug erfasst werden. Dennoch verbringt der aktuelle Braun Premiumrasierer keine Wunder. Es sind bei mir auch weiterhin mehrere Züge für eine glatte Rasur erforderlich – besonders im Halsbereich. Eine Verbesserung gegenüber der Series 7 ist allerdings subjektiv spürbar.
Insgesamt fühlt sich die Rasur sehr sanft an. Stärkere Hautreizungen oder gar Verletzungen kamen bei Benutzung des Series 9-Rasierers nie vor. Allerdings führte die Trockenrasur bei mir anfangs zu einer leichten Rötung, die nach einer Eingewöhnungsphase verschwand. Ich persönlich bevorzuge aber allgemein di e elektrische Rasur in Verbindung mit einem Rasiergel. Vermutlich traten aus diesem Grund die Hautrötungen auf, als ich für meinen Testbericht wieder zur Trockenrasur wechselte.
Das Rasurergebnis ist sehr zufriedenstellend.

Nassrasur

Die Wet&Dry-Modelle von Braun sind wasserdicht und können daher auch für eine Nassrasur, z.B. auch unter der Dusche, eingesetzt werden. Ich bevorzuge diese Möglichkeit und trage nach dem Waschen des Gesichts noch etwas Rasiergel auf – die Rasur wird dadurch noch angenehmer und der Scherkopf gleitet mühelos über die Haut. Überschüssigen Schaum und Bartstoppeln spüle ich zwischendurch unter fließendem Wasser ab.
Subjektiv empfinde ich die Nassrasur mit dem Braun Series 9 als noch sanfter und – gerade im Sommer – erfrischender. Hautirritationen werden vermieden und das Rasurergebnis überzeugt mich.

Allgemeines

Der große Scherkopf ist beim Rasieren an schlecht zugänglichen Gesichtspartien etwas gewöhnungsbedürftig – der Bereich zwischen Nase und Oberlippe sei hier exemplarisch erwähnt. Durch die Arretierung des Scherkopfes in einer angewinkelten Position ist auch hier eine Rasur möglich. Es fällt aber auf, dass die Rasierleistung dann schlechter ausfällt, da nicht alle Scherteile Kontakt zu dem zu rasierenden Bereich haben. Es sind mehrere Züge erforderlich.
Eventuell stossen Männer, die ihren Bart stylen möchten, auch auf Probleme. Zumindest stelle ich fest, dass es ein wenig an Übersicht mangelt. Da ich mich jedoch glatt rasiere, fällt das für mich nicht weiter ins Gewicht.

Der Langhaarschneider funktioniert und ist gut benutzbar. Da man ihn nach oben herausschiebt, kann man den Schnittbereich gut einsehen.

Der Rasierer kann innerhalb einer Stunde voll aufgeladen werden. Die vom Hersteller angegebene Laufzeit von 50 Minuten konnte ich bisher nicht nachvollziehen, da ich täglich die Reinigungsstation verwende. Ich werde den Bericht zur Akkulaufzeit später nachliefern.

Reinigung

Zum Lieferumfang des Braun Series 9 9290cc gehört eine automatische Reinigungsstation, die ich nach jedem Gebrauch des Rasierers verwende.
Man kann den Rasierer aber auch nur ausbürsten (Bürste im Lieferumfang) oder unter fließendem Wasser reinigen – besonders im Urlaub ist das praktisch.
Normalerweise spüle ich den Rasierer nach Gebrauch zunächst unter fließendem, heißem Wasser aus, gebe etwas Flüssigseife auf den Scherkopf und halte dann den eingeschalteten Rasierer erneut unter den Wasserstrahl. Anschließend spüle ich noch einmal den abgenommenen Scherkopf aus.
Zu Hause kommt der trockene Rasierer zum Schluss in die Reinigungsstation. Der Series 9-Rasierer signalisiert mit einem Tropfensymbol auf dem Display, dass eine Reinigung in der Clean&Charge-Reinigungsstation erforderlich ist. Diese Anzeige erlischt erst nach einer tatsächlichen Benutzung der Reinigungsstation.

Verwendung der Reinigungstation

series9_in_station_uebersichtBeim Einsetzen des Braun Series 9 in die Reinigungstation erklingt ein dezenter Signalton, die Status-LED leuchtet dauerhaft und die Station ermittelt den Hygienestatus des Rasierers. Dieser wird mit Tropfensymbolen an der Station signalisiert. Je nach Verschmutzung wird entweder das Sparprogramm (ein Tropfen), normale Reinigung (zwei Tropfen) oder intensive Reinigung (drei Tropfen) gewählt. Mit einem Druck auf die Starttaste beginnt dann der automatische Reinigungsprozess, der aus mehreren Zyklen besteht. Während der Reinigung blinkt die Status-LED an der Station. Es wird dabei mehrfach Reinigungsflüssigkeit durch den Scherkopf gespült und der Rasierer schaltet sich wiederholt ein. Je nach Programm dauert die Reinigungsphase bis zu drei Minuten. Es schließt sich dann eine bis zu 40-minütige Trocknungsphase an, bei der dauerhaft eine Lüftung läuft.
Nach Abschluss der Reinigung wird der Series 9 automatisch geladen.
Sollte ein Wechsel der Reinigungskartusche erforderlich sein, signalisiert die Station dies über eine Anzeige auf der linken Seite. Bei permanent rot leuchtender Füllstandsanzeige verbleiben noch ca. 3 weitere Reinigungszyklen. Blinkt die Anzeige schließlich rot, so muss die Kartusche ausgetauscht werden.

Insgesamt ist die Reinigungsstation praktisch und einfach zu bedienen. Sie sorgt dafür, dass mir stets ein hygienisch einwandfreier, optimal gepflegter und aufgeladener Rasierer zur Verfügung steht. Die Reinigungsflüssigkeit hat einen angenehm frischen Duft (citrusartig und alkoholisch) und enthält pflegende Substanzen für das Schersystem. Es kommen die gleichen Reinigungskartuschen zum Einsatz wie auch schon bei der Series 7. Inzwischen möchte ich nicht mehr auf eine Reinigungsstation verzichten.

Dennoch möchte ich zwei negative Aspekte nicht verschweigen:
Zum einen sind die Folgekosten für das Reinigungsmittel zu berücksichtigen. Braun empfiehlt bei täglicher Nutzung nach drei Wochen einen Wechsel der Reinigungskartusche und bei seltener Benutzung nach spätestens acht Wochen. Die originalen Clean&Renew-Kartuschen kosten im 5er-Pack ca. 4,30€ pro Stück.
Desweiteren empfinde ich die Geräuschentwicklung der Reinigungsstation manchmal als störend, zumal der Lüfter zum Trocknen des Rasierers noch bis zu 40 Minuten lang läuft. Da sich die Reinigungsstation bei den meisten Nutzern wahrscheinlich im Bad befinden wird, ist dies aber zu verschmerzen.

Fazit

Positiv

+ Design
+ Trocken- und Nassrasur möglich
+ gutes Rasurergebnis
+ Hautschonung
+ gute Akkulaufzeit
+ Ladezeit (1h bis Vollladung)
+ Reinigungsstation (hygienische Reingung, da Reinigungsmittel auf Alkoholbasis)
+ Reinigung auch unter fließendem Wasser möglich
+ Verarbeitung gut

 
Neutral

= Gehäusematerial wird Premiumanspruch nicht ganz gerecht
= Reiseetui wird mitgeliefert, aber einfache Ausführung
= Betriebsgeräusch Rasierer
= Betriebsgeräusch Reinigungsstation
= Arretierung des Scherkopfes

Negativ

– Preis
– Folgekosten für Reinigungsmittel
– Folgekosten Scherkopf
– chromfarbenes Design anfällig für Fingerabrücke und Wasserspritzer

 
Insgesamt halte ich den Braun Series 9 9290CC für einen sehr guten elektrischen Rasierer, der ein überzeugendes Rasurergebnis erzielt und dabei schonend zur Haut ist. Das Gesamtpaket ist attraktiv und es bietet sich nur wenig Anlass zu Kritik. Das Design gefällt mir und auf die Reinigungsstation möchte ich nicht mehr verzichten.
Allerdings ruft Braun auch einen beachtlichen Preis für seinen Premiumrasierer auf. Erfahrungsgemäß wird sich dieser im Laufe der Zeit auf einem wesentlich freundlicheren Niveau einpegeln.

Vergleich Series 9 mit Series 7

Seit mehr als zwei Jahren nutze ich einen Braun Series 7 799cc-7 Wet&Dry. Daher möchte ich abschließend noch meinen „alten“ Rasierer und den Braun Series 9 9290CC vergleichen.

Im Hinblick auf Rasurergebnis und Hautschonung stellt mich der Series 7-Rasierer durchaus zufrieden.
Erwähnenswert ist der, im Vergleich zum entsprechenden Ersatzteil aus Series 9, deutlich günstigere Scherkopf, der insgesamt kompakter ist und auch etwas robuster wirkt. Allerdings bietet dieser nur drei Scherteile und kann auch nur in einer Position arretiert werden (Scherkopf ist dann aber vollständig fixiert).
Im direkten Vergleich mit den Series 9 Geräten wirkt das Design des 799cc-7 inzwischen recht altbacken und die Reinigungsstation macht – vor allem durch die wenig dezente „Diskobeleuchtung“ – keinen hochwertigen Eindruck. Erwähnenswert ist aber, dass beim Series 7 kein Lüfter zum Trocknen nach der Reinigung verwendet wird. Nach dem Reinigungsprogramm ist die Station daher geräuschlos. Beide Serien nutzen die gleichen Reinigungskartuschen und das Reinigungsergebnis ist auch bei Series 7 sehr zufriedenstellend.

Der Series 9-Rasierer überzeugt mich mit einem etwas besseren Rasierergebnis, sowohl im Hinblick auf Gründlichkeit als auch auf Hautschonung. Subjektiv empfinde ich die Rasur als angenehmer. Das Design des Rasierers und der Reinigungsstation wirkt zeitgemäßer und gefällt mir persönlich wesentlich besser.
Allerdings muss man bedenken, dass der Series 9 gerade zur Markteinführung ziemlich teuer ist und dem Premiumanspruch (zu diesem Preis) auch nicht vollständig gerecht wird. Letztendlich halte den Braun Series 9 9290CC aber für den besseren Rasierer.

Erfahrungsbericht Braun 799cc-7 Wet&Dry

Im Rahmen eines trnd.com-Projektes darf ich den Braun Series 7 799cc-7 Wet&Dry Rasierer einige Wochen lang testen. Meine bisherigen Erfahrungen möchte ich in diesem Erfahrungsbericht wiedergeben.

Lieferumfang

Neben dem Braun Series 7 799cc-7 Wet&Dry befindet sich ein Reiseetui, das Netzteil, ein Reinungsbürstchen, die Reinigungsstation inkl. einer Reinigerkartusche und die Bedienungsanleitung im Karton.

Das Etui ist stabil genug, um den Rasierer vor Stößen im Reisegepäck zu schützen und sieht ansprechend aus – die Außenseite ist mit Leder bezogen. Leider nimmt das Reiseetui nur den Rasierer selbst auf. Eine Möglichkeit zur Unterbringung des Reinigungsbürstchens fehlt.

Lieferumfang

Lieferumfang

Der Rasierer

Das Gehäuse des Rasierers besteht hauptsächlich aus Kunststoff, wirkt aber durchaus wertig und ist gut verarbeitet. Zu diesem Eindruck trägt auch das Gewicht des Braun 799cc-7 Wet&Dry bei – er ist weder zu schwer noch zu leicht und liegt gut in der Hand. Eine gummierte Oberfläche an drei Seiten des Geräts und eine Griffmulde an der Vorderseite sorgen für einen sicheren Halt beim Rasieren.
Zum Betätigen des Ein- und Ausschalters muss ich leider kurz umgreifen, da dieser im unteren Bereich des Rasierers platziert wurde. Dort befinden sich auch zwei Taster zur Auswahl der Komforteinstellungen für eine individuelle Rasur; diese werden durch eine Farbänderung des beleuchteten Ein-/Ausschalters angezeigt.
Das runde LC-Display am unteren Ende des Rasierers gibt Auskunft über den Ladezustand des Akkus, den Hygienezustand des Rasierers und erinnert an den Wechsel des Scherkopfes.
Mit Hilfe eines Schiebers, der sich oberhalb des Ein- und Ausschalters befindet, kann der Langhaarschneider ausgeklappt werden.

Braun Series 7 799cc-7 W&D - Aufsicht

Braun Series 7 799cc-7 W&D – Aufsicht

Braun Series 7 799cc-7 W&D - LC-Display

Das LC-Display zeigt den Ladezustand, Verschmutzungsgrad und eine Erinnerung zum Wechsel des Scherkopfes an

Inbetriebnahme des Rasierers

Zunächst muss der Lithium-Ionen-Akku des Braun 799cc-7 Wet&Dry aufgeladen werden. Das beiliegende Netzteil kann sowohl für die Reinigungsstation als auch zum separaten Aufladen des Rasierers, zum Beispiel auf Reisen, verwendet werden. Innerhalb einer Stunde ist das Gerät voll aufgeladen; nach 5 Minuten reicht die Ladung bereits für eine Rasur.
** Die Rasur **
Ich habe eine recht empfindliche Haut, die zu Rötungen und Entzündungen neigt, wenn die Rasur nicht schonend genug verläuft. Aus diesem Grund war ich sehr gespannt, wie sich das Topmodell von Braun bei der Trocken- und Nassrasur schlägt.

Trockenrasur

Das Betriebsgeräusch des Braun 799cc-7 Wet&Dry ist zwar unüberhörbar, aber nicht so laut, dass es mich stören würde.

Scherkopf mit OptiFoil und ActiveLift

Scherkopf mit OptiFoil und ActiveLift

Der schwenkbare Scherkopf (SensoFlex) passt sich, auch dank der unabhängig voneinander beweglichen Scherelemente, gut der Gesichtsform an und gleitet angenehm über die Haut. Dabei werden auch eng anliegende Haare mit Hilfe der OptiFoil- und ActiveLift-Technologie gut erfasst.
Mit OptiFoil bezeichnet Braun die perforierte Scherfolie mit verschieden großen Öffnungen, die Haare mit unterschiedlichen Wuchsrichtungen erfassen soll.
Durch Mikrovibrationen, bis zu 10000 Schwingungen pro Minute, sollen außerdem mit jedem Zug mehr Haare abgeschnitten werden.
Eng anliegende Haare werden durch den Integralschneider, der 130 Bewegungen pro Sekunde ausführt, vor dem Schneiden aufgerichtet (ActiveLift).
Braun verspricht, dass durch das Zusammenspiel der genannten Funktionen eine sanfte und gründliche Rasur erzielt wird. Das kann ich durchaus bestätigen, aber man darf auch keine Wunder erwarten. Der Halsbereich ist bei mir immer problematisch, da die Barthaare sehr eng anliegen. Bei allen elektrischen Rasierern, die ich bisher genutzt habe, waren hier mehrere Durchgänge erforderlich, bis der Rasierer ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt. So auch beim Premiummodell von Braun.
Mit längeren Bartstoppeln oder einem Dreitagebart kommt das Gerät von Braun gut zurecht. Bei Bedarf kann man eine von fünf Komforteinstellungen auswählen (von extra sensitiv bis turbo), so dass auch sensible Stellen oder ein besonders dichter Dreitagebart gut bewältigt werden können.

Der ausklappbare Langhaarschneider erfüllt seinen Zweck. Leider ist es manchmal etwas schwierig, die Stelle einzusehen, an der man gerade schneidet. Für Männer, die ihren Bart aufwändiger stylen möchten, könnte das zu einem Problem werden.

Das Ergebnis der Trockenrasur finde ich insgesamt sehr zufriedenstellend. Natürlich ist die Rasur nicht ganz so gründlich wie eine Nassrasur, aber sie verläuft schnell, schonend und hinterlässt kaum Hautirritationen.

Nassrasur

Der Braun 799cc-7 Wet&Dry ist gegen das Eindringen von Feuchtigkeit versiegelt und kann daher auch für eine Nassrasur unter der Dusche eingesetzt werden.
Ich trage nach dem Waschen des Gesichts noch etwas Rasiergel auf – dadurch wird die Rasur noch angenehmer und der Scherkopf gleitet mühelos über die Haut. Überschüssigen Schaum und Bartstoppeln spüle ich zwischendurch unter fliessendem Wasser ab.
Das Ergebnis der Nassrasur überzeugt mich. Die Rasur ist noch gründlicher und meine Haut fühlt sich angenehm erfrischt an.

Reinigungsstation

Der Braun 799cc-7 Wet&Dry kann unter fliessendem Wasser gereinigt werden – komfortabler und gründlicher geht dies aber mit der mitgelieferten Reinigungsstation. Dabei kommt ein Reinigungsmittel auf Alkoholbasis zum Einsatz, das bei jeder Reinigung dafür sorgen soll, 99,999% aller Bakterien und Keime zu beseitigen. Außerdem enthält die Flüssigkeit ölige Pflegemittel, die für eine optimale Funktion des Scherkopfes sorgen.
Nach der Rasur legt man den Apparat einfach, mit dem Scherkopf nach unten, in die Reinigungsstation ein – dort wird der Rasierer auch aufgeladen. Je nach Verschmutzungsgrad wählt die Station automatisch eines von drei Reinigungsprogrammen aus, das man dann noch mit einem Druck auf die Start-Taste bestätigen muss. Bei geringem Verschmutzungsgrad gibt es außerdem die Möglichkeit einer Schnellreinigung, die nur 25 Sekunden in Anspruch nimmt. Die Reinigungsprogramme sind leider zeitweise recht laut.
Zum Schluss wird der Scherkopf durch ein induktives Heizsystem erhitzt und somit getrocknet.
Das Reinigungsergebnis ist bis jetzt tadellos – der Scherkopf wird sauber und riecht zitronig frisch. Es bleibt aber abzuwarten, ob die Reinigungswirkung nach längerem Gebrauch der Kartusche nachlässt.

Rasierer in der Reinigungsstation

Rasierer in der Reinigungsstation

Reinigungskartusche - Inhaltsstoffe der Reinigungsflüssigkeit

Reinigungskartusche – Inhaltsstoffe der Reinigungsflüssigkeit

Natürlich sollte man auch einen Nachteil dieses Reinigungssystems nicht unerwähnt lassen: die Reinigungsflüssigkeit verursacht Folgekosten.
Braun empfiehlt die Nutzung der Reinigungsstation nach jedem Rasiervorgang. Bei täglicher Reinigung soll eine Kartusche für 30 Reinigungen ausreichen. Selbst wenn man die Station erheblich seltener nutzt, sollte man die Reinigungskartusche nach 8 Wochen ersetzen. Die Flüssigkeit enthält, aus hygienischen Gründen, Ethanol, das sich im Laufe der Zeit verflüchtigt. Eine optimale Reinigung ist dann nicht mehr gewährleistet.
Man sollte sich also darauf einstellen, spätestens alle 8 Wochen eine neue Reinigungskartusche für etwa 5 € kaufen zu müssen. Natürlich kann man den Rasierer auch nur ausbürsten oder unter fliessendem Wasser reinigen. Da die Reinigungsstation aber Teil des Lieferumfangs ist und der Hersteller mit der hygienischen Reinigung als Verkaufsargument wirbt, will ich das hier nicht unerwähnt lassen.
Ich bevorzuge jedenfalls den Komfort der Reinigungsstation und mag das angenehme Gefühl, stets einen hygienisch sauberen Rasierer zu verwenden.

Abschließend möchte ich noch zwei kleinere Kritikpunkte an der Reinigungsstation erwähnen:
Die LEDs, die das ausgewählte Reinigunsprogramm und den Füllstand der Reinigungskartusche anzeigen sollen, sind sehr hell. Eine etwas dezentere Beleuchtung würde hier hochwertiger wirken und nicht das gesamte Bad erleuchten. Da die Reinigungs-/Ladestation aber 10 Minuten nach Ende des Reinigungs- bzw. Ladevorgangs in den Standby-Modus schaltet und die LEDs dann erlöschen, fällt das nicht weiter ins Gewicht.
Das Netzteil ist leider gerade und nicht abgewinkelt ausgeführt. Es steht daher weit aus der Steckdose heraus und das Anschlusskabel für die Ladestation hängt unnötig „in der Luft“.

FAZIT

++ Pro ++
+ Rasur: sanft und gründlich
+ auch bei dichtem Bartwuchs und Dreitagebart
+ Trocken- und Nassrasur
+ gute Akkulaufzeit (bis zu 50 Minuten)
+ Reinigung unter fliessendem Wasser möglich
+ Reinigungsstation
+ komfortabel und gründlich
+ Anpassung der Motorleistung durch Komforteinstellungen
+ gute Verarbeitung
+ Reisetui

== Neutral ==
* Betriebsgeräusch
* Langhaarschneider

— Contra —
– Reinigungsstation
– ziemlich laut
– braucht Stellfläche
– Reinigunsmittel kann verdunsten
– Folgekosten
(Austausch der Reinigungskartusche nach 30 Tagen bis 8 Wochen; Scherkopf nach 18 Monaten)
– Verriegelung des Scherkopfes kann etwas hakelig sein
– Preis

Der Braun 799cc-7 Wet&Dry ist ein sehr guter elektrischer Rasierer, der eine gründliche und sanfte Rasur ermöglicht.
Sicher lassen sich ähnlich gute Rasierergebnisse durchaus auch mit günstigeren Rasierapparaten erzielen.
Das Gesamtpaket des Braun 799cc-7 Wet&Dry ist dennoch attraktiv, da Funktionsumfang, Rasurergebnis und Verarbeitungsqualität dem aufgerufenen Preis entsprechen und nur wenig Anlass zur Kritik bieten.