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Samsung Galaxy S5: Die Kamera

Samsung Galaxy S5 - KameraBei der Entscheidung für ein neues Smartphone spielt die Qualität der Kamera inzwischen für mich eine große Rolle. Zwar kann das Telefon eine ausgewachsene Spiegelreflex- oder Systemkamera nicht ersetzen, aber ich habe es ständig dabei und bin so immer in der Lage, ein brauchbares Foto zu machen. In den letzten Jahren sind die Smartphone-Kameras außerdem immer besser geworden und erfüllen inzwischen für viele die Anforderungen an eine Schnappschusskamera.
Als ich erfahren habe, dass ich das Samsung Galaxy S5 testen darf, war ich also besonders darauf gespannt, wie sich die Kamera des Smartphones schlagen wird. Inzwischen konnte ich mir einen guten Eindruck verschaffen und möchte diesen hier darstellen.

Samsung hat das S5 mit einer 16-Megapixel-Kamera ausgestattet, die Fotos bis zur Größe 5.312 x 2.988 Pixel aufnimmt. Bei Videos steht eine UHD-Auflösung, d.h. 3840×2160 Pixel, zur Verfügung. Die Frontkamera kann Full-HD-Video und Fotos mit 2-Megapixeln aufzeichnen.

Kamera-App

Benutzeroberfläche der Kamera-App

Benutzeroberfläche der Kamera-App


Die Kamera App des Galaxy S5 hinterlässt insgesamt einen guten Eindruck. Die Oberfläche wirkt zunächst recht aufgeräumt. Icons am linken Bildrand bieten Zugriff auf das Einstellungsmenü, sowie auf weitere Bildparameter. Der Nutzer kann dort selbst Icons aus dem Menü ablegen und so schnell auf die entsprechende Option zugreifen. In der Grundeinstellung ist dort der HDR-Modus und die Option „Selektiver Fokus“ anwählbar. Außerdem kann man zwischen Haupt- und Frontkamera umschalten.
Auf der rechten Seite der Kamera-App befinden sich die Auslöser für Fotos und Videos, sowie ein Icon zum Auswählen des Aufnahmemodus und, am unteren Rand, ein Zugang zur Galerie.
Leider ist das Hauptmenü recht unübersichtlich geraten, da alle Optionen unstrukturiert in einer großen Liste dargestellt werden. Immerhin sind alle Menüpunkte mit einem erklärenden Icon und einem Beschreibungstext versehen.

Einstellungsmenü der Kamera-App

Einstellungsmenü der Kamera-App

Die Foto-Funktion

Das Galaxy S5 bietet verschiedene Aufnahmemodi, die den Fotografen unterstützen und zu besonderen Bildergebnissen führen sollen. Neben den vorinstallierten Optionen kann man bei Samsung noch weitere Aufnahmemodi herunterladen. Zur Verfügung stehen z.B.:

Schönes Porträt

Der Name ist hier selbsterklärend. In diesem Modus wird ein Filter auf das Foto angewendet, der dazu führen soll, ein Portrait etwas gefälliger aussehen zu lassen, also z.B. Hautunreinheiten abzumildern. Die Stärke des Airbrush-Effekts kann man vor der Aufnahme einstellen. Bei Aktivierung der Frontkamera schaltet das S5 automatisch in diesen Modus – ideal für Selfies.

Selektiver Fokus

Selektiver Fokus

Selektiver Fokus


Vor allem aus der Spiegelreflexfotografie ist ein Look bekannt, bei dem nur ein Bildbereich scharf abgebildet wird und der übrige Teil des Bildes in Unschärfe verschwindet. Üblicherweise wird dies mit weit geöffneter Blende und langer Brennweite realisiert. Physikalische Gründe (im Zusammenhang mit der geringeren Sensorgröße) sorgen dafür, dass Smartphones nicht denselben Effekt erzielen können.
Mit dem Aufnahmemodus „Selektiver Fokus“ ist es nun aber möglich, einen ähnlichen Look auch mit dem S5 zu erreichen. Man muss nur darauf achten, nah an einen Bildbereich im Vordergrund heranzugehen (< 50cm). Andere Objekte im Bild sollten dabei deutlich weiter entfernt sein.
Beim Auslösen nimmt die Kamera dann mehrere Fotos auf, bei denen jeweils auf verschiedene Bildbereiche fokussiert wird. Um gute Ergebnisse zu erzielen, sollte man unbewegte Motive bevorzugen und darauf achten, das Smartphone ruhig zu halten. Nach der Aufnahme kann man auswählen, ob im fertigen Foto der Vordergrund, der Hintergrund oder der ganze Bildbereich scharf abgebildet sein soll. Mit etwas Übung gelingen hier sehr ansehnliche Fotos, die man vorher nicht mit einer Smartphonekamera hinbekommen hat. Gefällt mir gut.

Selektiver Fokus: Nah

Selektiver Fokus: Nah


Selektiver Fokus: Fern

Selektiver Fokus: Fern

Virtuelle Tour

Setzt diverse Einzelaufnahmen zu einer virtuellen Tour zusammen – eine gute Hilfe für Immobilienbilder.

Panorama

Erstellt automatisch ein Panorama aus mehreren Einzelaufnahmen. Man muss lediglich die Aufnahme einmal starten und dann den gewünschten Bereich, in horizontaler oder vertikaler Richtung, langsam abschwenken.

Dual Camera

In diesem Modus können gleichzeitig Fotos/Videos mit Front- und Hauptkamera aufgenommen werden. Das Bild der Frontkamera wird dabei in einem kleinen Rahmen in das Hauptbild eingeblendet. Zur Gestaltung stehen verschiedene Rahmenstile zur Verfügung.

Shot & More

Hinter diesem Modus verbergen sich mehrere nützliche Funktionen, die alle darauf basieren, dass die Kamera beim Drücken des Auslösers einige Aufnahmen in schneller Abfolge macht, die anschließend mit einem Effekt versehen werden können.
Zur Auswahl stehen:

Bestes Foto: Hier kann man sich das gelungenste Bild aus der Reihe aussuchen – das S5 macht ebenfalls einen Vorschlag.

Best Face: Bei Gruppenaufnahmen ist es besonders schwierig, alle Personen mit einem ansprechenden Gesichtsabdruck festzuhalten. Eine blinzelt, der nächste schaut weg… Mit Best Face kann man sich aus verschiedenen Fotos die besten Gesichter aller Personen zusammenstellen und so zu einem stimmigen Bild zusammensetzen.

Radierer: Das Brandenburger Tor tagsüber ohne Touristen fotografieren? Kein Problem. Mit der Radierer-Funktion werden unerwünschte Personen aus dem Foto entfernt.

Drama-Aufnahme: Ermöglicht das Festhalten eines Bewegungsablaufs in einem Bild, ähnlich einer Stroboskop-Aufnahme.

Panoramaschwenk: Mit diesem Effekt kann man im Foto einen Bewegungseindruck, wie bei einem Mitzieher-Foto, erzielen.

Insgesamt eine sehr vielseitige Funktion, die zum Spielen einlädt.

HDR

Foto ohne HDR

Foto ohne HDR: Überbelichtete Bereiche oben und rechts, Treppe im Vordergrund unterbelichtet


Foto mit HDR

Foto mit HDR: mehr Detail in Licht- und Schattenbereichen


ist die Abkürzung für „High Dynamic Range“ – vereinfacht zusammengefasst kombiniert man mehrere, unterschiedlich belichtete Fotos zu einer Aufnahme, die dann Zeichnung, sowohl in den Schattenbereich, als auch in den Lichtbereichen aufweist. Auf diese Weise kann man auch Motive mit großen Kontrastunterschieden, z.B. eine Landschaft bei Sonnenschein, detailreich festhalten. Die HDR-Funktion arbeitet beim Galaxy S5 zufriedenstellend und wirkt nicht zu übertrieben.

Effekte

Hier stehen verschiedene Filter zur Verfügung, die man bereits so oder ähnlich aus diversen Apps, z.B. Instagram, kennt: Vignette, Klassisch, Verblasste Farben, Graustufen, Sepia, Farbton, Türkis, Cartoon, Fischauge, Launisch, Ölpastell, Grob.. Der jeweilige Effekt wird bereits vor der Aufnahme im Sucherbild angezeigt – das ist praktisch. Ich bevorzuge es allerdings, zunächst ein unbearbeitetes Foto aufzunehmen und dann nachträglich einen Filter darauf anzuwenden. So erhält man sich den größtmöglichen Gestaltungsspielraum.

Autofokus

Der Autofokus funktioniert schnell und zuverlässig, lässt bei schwierigen Lichtverhältnissen allerdings etwas nach. Auch bewegte Objekte werden recht sicher scharf gestellt.
Ich hätte mir jedoch eine geringere Naheinstellgrenze gewünscht. Makroaufnahmen sind so leider nur sehr eingeschränkt möglich.

Die Bildqualität

Fotos, die mit dem Galaxy S5 aufgenommen wurden, erscheinen detailreich und zeichnen sich durch kräftige, aber nicht unnatürlich übersättigte Farben aus. Besonders bei Tageslicht ist die Bildqualität beachtlich. Hier muss sich das Smartphone definitiv nicht vor einer besseren Kompaktkamera verstecken.
Bei kontrastreichen Motiven hilft die HDR-Funktion dabei, ein ausgewogenes, detailreiches Foto zu erhalten. Das Fotografieren bei schwierigen Lichtverhältnissen und schlechter Beleuchtung, z.B. in der Dämmerung, führt zu einem Detailverlust in den Aufnahmen. Leider geht die Rauschunterdrückung hier zu radikal vor – andere Smartphones beherrschen das besser.
Insgesamt liefert die Kamera aber sehr überzeugende Ergebnisse und es macht Spaß, mit dem Galaxy S5 zu fotografieren.

Beispielfotos

Video

Auch bei der Videoaufzeichnung bietet das Galaxy S5 verschiedene Modi zur Auswahl. Neben der normalen Aufnahme können eine Zeitlupen- oder Zeitrafferfunktion, sowie die Modi „Ruckelfreie Bewegung“ oder „MMS-Limit“ genutzt werden.

Beispielvideo des Zeitlupenfunktion

Das Galaxy S5 kann sogar Video in Ultra-HD-Auflösung, d.h. 3840×2160 Pixel, aufzeichnen. Leider besitze ich keinen Fernseher oder Monitor, der diese Auflösung nativ darstellen könnte. Ich kann daher zur Qualität der Videos keine Aussage treffen. Man sollte jedoch beachten, dass im UHD-Videomodus einige Funktionen nicht zur Verfügung stehen. Der Dual-Camera-Modus, HDR, Effekte, Remote-Sucher und das Aufnehmen von Fotos während der Videoaufzeichnung können hier nicht genutzt werden.
Da nur die wenigsten Smartphone-Nutzer derzeit über entsprechende Anzeigegeräte verfügen werden, bleibt die UHD-Auflösung ein nettes Gimmick ohne echten Nutzen.

Beispielvideo
(Leider komprimiert Youtube das Video sehr stark – dadurch leidet die Qualität erheblich. Im Original sind keine Kompressionsartefakte sichtbar.)

Videos in Full-HD-Auflösung zeichnen sich durch kräftige Farben und eine detailreiche Darstellung aus. Der Autofokus reagiert gut, könnte allerdings in manchen Situationen etwas schneller sein.
Gerade beim Filmen bietet die HDR-Funktion einen echten Mehrwert. Damit gelingt es, auch schwierige Beleuchtungssituationen mit hohen Kontrasten so abzubilden, dass Schattenbereiche noch Details aufweisen und Lichter nicht „ausfressen“, also ohne Zeichnung dargestellt werden.

Die Videoqualität gefällt mir sehr gut. Das Material, das ich mit dem Galaxy S5 aufgenommen habe, wirkt auch auf einem 50-Zoll-Full-HD-Fernseher scharf und detailreich. So sollte es sein.

Fazit

Das Samsung Galaxy S5 bietet eine beachtliche Foto- und Videoqualität, die durchaus mit der von besseren Kompaktkameras vergleichbar ist. Leider fallen die Ergebnisse in Dämmerung und Dunkelheit etwas weniger gut aus. Eventuell könnte ein Software-Update, dass die Rauschunterdrückung weniger aggressiv gestaltet, hier Abhilfe schaffen.
Bereits im Auslieferungszustand stehen dem Nutzer einige sinnvolle Aufnahmeoptionen zur Verfügung, die z.T. zu wirklich guten Ergebnissen führen. Hervorheben möchte ich hier den HDR-Modus, den „Selektiven Fokus“ und „Shot&More“.

Fotos und Videos aufnehmen: Teil 1

Am Samstag hatte ich erstmals die Gelegenheit die Foto- und Videofunktion des HTC One S intensiver auszuprobieren. In diesem Beitrag gebe ich einen ersten Überblick und werde in 1-2 Wochen nochmal darüber berichten.

Bedienung

Vom Lockscreen zur Kamera

Vom Lockscreen zur Kamera

Die Kamerafunktion ist leicht erreichbar auf dem Homescreen in der Startleiste untergebracht. Man gelangt auch vom Lockscreen direkt zur Kamera, indem man das Kamerasymbol in den Kreis am unteren Bildrand zieht – praktisch.

Kamera-App

Kamera-App

Das Aufrufen der Kamera-App dauert weniger als eine Sekunde und man ist sofort aufnahmebereit.
Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich und leicht zu verstehen. Die Auslöser für Foto- und Videoaufnahme befinden sich am rechten Bildrand – gut erreichbar für den rechten Daumen. Ein Umschalten zwischen Foto- und Videofunktion, wie noch bei älteren Android Kamera-Apps, ist nicht erforderlich.  Ein Druck auf das Videosymbol startet direkt die Videoaufnahme. Während der Aufzeichnung kann man durch Berühren des Fotobuttons auch Einzelbilder aufnehmen.

Unterhalb der Auslöseknöpfe wird das zuletzt aufgenommene Bild/Video angezeigt. Ein Druck auf dieses Symbol führt zum Foto-/Video-Album.
Der türkisfarbene Button über den Auslösern führt zu einem Auswahlmenü für verschiedene Bildeffekte: Verzerrung, Vignette, Schärfentiefe, Punkte, Mono, Country, Klassisch, Klassisch warm, Klassisch kühl, Graustufen, Sepia, Negativ, Solarisieren, Posterisieren, Aqua. Leider wird bei Benutzung der Effektfilter jeweils nur das bearbeitete Bild, nicht aber das Originalbild, abgespeichert. Ein nachträgliches Wechseln des Bildeffekts ist also nicht möglich.
Ich würde die Bildeffekte daher nicht verwenden. Im Google Play Store finden sich zahlreiche Apps, mit deren Hilfe man Bildeffekte nachträglich auf Fotos anwenden kann – meiner Meinung nach die bessere Wahl.

Bildeffekte

Bildeffekte

Am unteren Bildrand ist der Schieberegler für den Digital-Zoom. Auch diesen würde ich jedoch nicht benutzen, da die Bildqualität stark darunter leidet. Die Kamera des HTC One S besitzt kein Zoomobjektiv. Um weiter entfernt liegende Objekte „näher heran“ zu holen, wird lediglich ein Ausschnitt des Kamerabildes auf das gesamte Bildformat heraufgerechnet.

Digitalzoom: extreme Qualitätsverschlechterung

Digitalzoom: extreme Qualitätsverschlechterung

Am linken Bildrand sind Buttons für den Blitz (ein/aus/Automatik), das Einstellungsmenü und die „Kameraszenen“ (Video: Zeitlupenvideo, Foto: automatisch, HDR, Panorama, Porträt, Gruppenporträt, Landschaft, Weiße Tafel, Nahaufnahme, Geringes Licht).

Einstellungen

Einstellungen

Kameraszenen

Kameraszenen

Fotografieren

Achtung: Die Beispielfotos sind hier in Originalauflösung verlinkt. Es kann zu längeren Ladezeiten kommen.

Fokussieren

Die Kamera stellt automatisch scharf und man kann zusätzlich den Schärfepunkt durch einen Fingerdruck auf den gewünschten Bildbereich festlegen. Beides funktioniert im Allgemeinen gut.
Im Nahbereich und bei schlechten Lichtverhältnissen gelingt es der Kamera häufig erst nach mehreren Versuchen (manchmal auch gar nicht), das Bild scharfzustellen. Besonders in der Dämmerung, wenn die verschiedenen Bildbereiche nur noch geringen Kontrast aufweisen, kommt der Autofokus an seine Grenzen.

Einen speziellen Makromodus gibt es beim HTC One S nicht (Update: siehe Kommentare). Ich habe mal ausprobiert, wie klein ein Objekt sein darf, so daß man es mit dem HTC One S noch formatfüllend abbilden kann. Es ergibt sich ein kleinstmöglicher  Aufnahmebereich von ca. 7 cm x 4 cm.

Aufnahmebereich: Breite

Aufnahmebereich: Breite

Aufnahmebereich: Höhe

Aufnahmebereich: Höhe

Schärfentiefe

Mit Spiegelreflexkameras und geeigneten Objektiven ist es problemlos möglich, auf einen Teil des Bildes scharfzustellen und die restlichen Bildbereiche in einer schönen Unschärfe verschwinden zu lassen (Bokeh).
Smartphones haben i.d.R. einen viel zu kleinen Bildsensor mit entsprechender Optik, als daß dieses Spiel mit Schärfe und Unschärfe möglich wäre. Meistens sind alle Bildbereiche (mehr oder weniger) scharf, da die Schärfentiefe der verwendeten Sensor-/Optik-Kombination einfach sehr groß ist.
Das HTC One S bildet hier keine Ausnahme.

Scharfgestellt auf das Mauerstück im Vordergrund

Scharfgestellt auf das Mauerstück im Vordergrund

Beim Beispielfoto habe ich manuell auf das Stück der Berliner Mauer im Vordergrund fokussiert. Dennoch ist auch das Gebäude der Deutschen Welle, sowie der Posttower ebenfalls im Schärfebereich.
Auf die Wahl der Blende und der Belichtungszeit habe ich beim HTC One S keinen direkten Einfluß.

Burst-Modus/Kontinuierliche Aufnahme

Bei gedrücktem Auslöser kann man mit dem HTC One S Serienaufnahmen anfertigen. Laut HTC dauert das Fokussieren zwischen den einzelnen Bildern nur 0,2s.
Ich habe dies überprüft, indem ich eine laufende Stoppuhr abfotografiert habe. Insgesamt kann ich die Zeit von ca. 0,2s bestätigen. Es ist aber nicht davon auszugehen, daß die gleiche Leistung auch bei schlechteren Lichtbedingungen und bewegten Objekten erbracht wird.

Weißabgleich

Gerade in Mischlichtsituationen kann es vorteilhaft sein, manuell eine der 4 Voreinstellungen (Glühbirne, Neonlicht, Tageslicht, Bewölkt) auszuwählen. Die folgenden Beispielfotos zeigen aber, daß die Automatik durchaus zu  befriedigenden Ergebnissen führt.

 Beispielfotos

Aufnahme bei Tageslicht

Aufnahme bei Tageslicht

Tageslicht gegen Mittag

Tageslicht gegen Mittag

Nahaufnahme

Nahaufnahme

Nahaufnahme

Nahaufnahme

Die Kamera hat besonders bei hohen Kontrasten ihre Probleme. Leider kann man die Belichtungsmessung nur begrenzt beeinflussen. Beim Antippen eines Bildbereiches (zum Fokussieren) wird dieser offenbar bei der Belichtungsmessung stärker gewichtet und die Belichtung des Fotos entsprechend angepasst. Beispiel: Tippe ich einen dunklen Bildbereich an, wird das Bild leicht aufgehellt, vice versa.

Innenaufnahme bei Kunstlicht

Innenaufnahme bei Kunstlicht

Innenraum bei Kunstlicht

Innenraum bei Kunstlicht

In dunkleren Innenräumen und in der Dämmerung steigt die Verwacklungsgefahr. Hier ist es ratsam, sich eine stabile Auflagefläche für das Smartphone zu suchen und/oder mehrere Aufnahmen („Kontinuierliche Aufnahme“) zu schiessen und dann die beste auszuwählen. Im Modus „Kontinuierliche Aufnahme“ erreicht das HTC One S annähernd die versprochene Leistung von 0,2 s pro Bild (s.o.).

Die Kamera bietet eine sogenannte ISO-Automatik, d.h. es wird eine den Verhältnissen angemessene Lichtempfindlichkeit gewählt. Man kann den ISO-Wert auch manuell einstellen, aber da Belichtungszeit und Blende weder angezeigt werden noch direkt vorgewählt werden können, halte ich das nicht für besonders sinnvoll.
Mit höherem ISO-Wert nimmt leider die Bildqualität ab, da das Sensorrauschen zunimmt. Die Kamera hat zwar eine eingebaute Rauschunterdrückung, diese sorgt aber für verwaschen und unscharf aussehende Ergebnisse bei hohen ISO-Werten.

Tageslicht bei Dämmerung

Tageslicht bei Dämmerung

Mischlicht bei Dämmerung

Mischlicht bei Dämmerung

Kunstlicht

Kunstlicht

Kunstlicht bei Dunkelheit

Kunstlicht bei Dunkelheit

HDR

Die Wiedergabe von hohen Kontrasten innerhalb eines Bildes ist für jede Digitalkamera eine Herausforderung. Fotografiert man eine Landschaft im Sonnenschein, so gibt es häufig Bereiche mit direkter Sonneinstrahlung und andere Bereiche, die im Schatten liegen. Bei einem normalen Foto gelingt es nicht, sowohl Licht- als auch Schattenbereiche detailreich aufzunehmen. Entweder „fressen“ die Lichter aus, d.h. der helle Himmel wird weiß dargestellt oder die Schattenbreiche „saufen ab“, d.h. sie werden (fast) schwarz abgebildet.
Auch die Kamera des HTC One S hat dieses Problem. Ein wenig Abhilfe kann, bei geeigneten Motiven, die Kameraszene „HDR“ schaffen. Dabei macht die Kamera beim Auslösen automatisch drei Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten und kombiniert dies dann zu einem Bild. Im Idealfall gelingt es dadurch, Lichter, Mitten und Schatten detailreich aufzunehmen.
Der HDR-Modus sollte allerdings sparsam und nur bei geeigneten Motiven eingesetzt werden, da man sich an diesem Look schnell satt sieht. Bei schwierigen Lichtverhältnissen kann HDR aber durchaus eine Hilfe sein.

ohne HDR: dunkle Bereiche schlecht zu erkennen

ohne HDR: dunkle Bereiche schlecht zu erkennen

mit HDR

mit HDR

ohne HDR

ohne HDR

mit HDR

mit HDR

Panorama

Das HTC One S hat auch eine, sehr einfach zu bedienende, Panoramafunktion (Kameraszenen > Panorama), die Panoramen aus 5 Einzelbildern zusammensetzt.
Nach Auswahl der Funktion erscheint auf dem Bildschirm eine Art Wasserwaage, die den Nutzer dabei unterstützen soll, die Kamera waagerecht zu halten. Man muss nur einmal auslösen und dann mit der Kamera den gewünschten Bildbereich abschwenken. Die weiteren Aufnahmen werden automatisch ausgelöst wenn der entsprechende Bildbereich erreicht wird. Nach dem fünften Bild wird das fertige Panorama gespeichert.
Leider funktioniert das Zusammensetzen der Einzelbilder nicht perfekt. Häufig kann man an den Übergängen Bildfehler entdecken. Besonders lineare Strukturen im Vordergrund, z.B. Zäune, sind problematisch. Man sollte außerdem darauf achten, daß im gesamten Bildbereich des Panoramas keine zu großen Helligkeitsunterschiede bestehen.
Das Ergebnis hängt natürlich auch sehr davon ab, wie genau man die Kamera führt. Leider ist die Wasserwaage nur vor der ersten Aufnahme sichtbar. Danach kann man nicht mehr nachvollziehen, ob man die Waagerechte verlässt.

Panorama: Bildfehler im Vordergrund

Panorama: Bildfehler im Vordergrund

Probleme bei Gegenlicht

Probleme bei Gegenlicht

Stitchingfehler an der Brücke

Stitchingfehler an der Brücke

Deutsche Welle "durchgebrochen"?

Deutsche Welle „durchgebrochen“?

Fazit

Insgesamt bietet das HTC One S eine zufriedenstellende Bildqualität. Die Kamera hat Schwächen bei hohen Kontrasten und wenig Licht. Im Nahbereich und in der Dämmerung ist der Autofokus schnell überfordert.
Wenn man bedenkt, daß es sich um eine Smartphone-Kamera handelt, kann sich die Bildqualität aber durchaus sehen lassen. Sie ersetzt in keinem Fall eine ausgewachsene Spiegelreflex- oder Systemkamera. Als Schnappschuss- und Immer-Dabei-Kamera leistet sie aber gute Dienste. Sie ist schnell einsatzbereit und dann auch in der Lage schnelle Bildfolgen aufzunehmen.

Videos aufnehmen

Die Videofunkion habe ich bisher nur kurz angetestet. Ich werde später nochmal einen Beitrag dazu nachreichen und aussagekräftigere Videos veröffentlichen.

Bei den Testvideos habe ich die 1080p-Auflösung verwendet.
Sie zeigen eine ordentliche Bildqualität. Dabei funktionieren Autofokus und Belichtungsregelung recht gut.

In der Szene mit den vorbeifahrenden Autos sind einige Ruckler zu sehen. Möglicherweise ist das eine Nebenwirkung der Videostabilisierung. Das müsste ich mir nochmal genauer ansehen.